Donnerstag, 03. Mai 2018

Pulverlager Stilfes sorgt für Empörung bei der Bevölkerung

Das Pulverlager in Stilfes in der Gemeinde Freienfeld im Wipptal sorgt bei den Bewohnern für Besorgnis. Das Militär führt bereits seit einiger Zeit Sprengungen. Durch den andauernden Lärm erschrecken sich nicht nur die Anrainer, sondern auch die Tiere der umliegenden Höfe.

Die Bewohner von Stilfes sind besorgt: Ganz in ihrer Nähe sprengt das Militär immer wieder Sprengkörper aus dem 2.Weltkrieg. - Foto: Privat
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Die Bewohner von Stilfes sind besorgt: Ganz in ihrer Nähe sprengt das Militär immer wieder Sprengkörper aus dem 2.Weltkrieg. - Foto: Privat

In Stilfes wird vor allem Kriegsmaterial aus dem 2. Weltkrieg gesprengt. Viel davon wird vom Vahrner See nach Stilfes transportiert.  

Im STOL-Gespräch berichtet ein Anrainer, dass durch die Sprengungen bereits Risse in seiner Hauswand zu verzeichnen sind. Neben dem etwas älteren Haus hat der Mann auch noch ein neues Wohnhaus aufgestellt. Jetzt befürchtet er, dass auch dort schon bald erste Schäden sichtbar werden.

Foto: Privat

Aber nicht nur er ist besorgt, auch andere Bauern und Hotelbesitzer, die ganz in der Nähe des Pulverlagers wohnen, zeigen sich empört. Auf einem Bauernhof befinden sich Pferde, jedes Mal wenn eine Sprengung durchgeführt wird, werden diese nervös und rennen wild herum. Ängstlich zeigen sich die Besitzer, weil es sein könnte, dass jemand genau während einer Aktion des Militärs auf den Pferden reitet und sich dadurch verletzt.

Die Bewohner von Stilfes haben bereits mit dem Bürgermeister, mit den Carabinieri und den Verantwortlichen des Militärs über die prekäre Situation gesprochen.

„Im Wipptal macht schon die Autobahn jede Menge Lärm“

Auch der Bürgermeister von Freienfeld, Peter Faistnauer, ist sich der Umstände bewusst: „Natürlich machen diese Sprengungen auch mir Sorgen. Im Wipptal haben wir schon die Autobahn, die einen unheimlichen Lärm macht, da brauchen wir nicht auch noch diese Explosionen.“ Für seine Einwohner wolle er hellhörig sein, denn auch er konnte schon miterleben, wie Tiere und Personen erschraken und nervös wurden.

„Im Moment ist es so, dass die Sprengungen in Stilfes eingestellt sind, aber es braucht eine langfristige Lösung für das Problem“, betont der Bürgermeister weiter.

Oberhalb des Pulverlagers befindet sich ein Wanderweg, der in den Sommermonaten gut besucht ist. Auch für die Passanten ist es weder ein schöner Anblick, noch ein gemütliches Spazieren, wenn unter ihnen Weltkriegsmaterial vernichtet wird.

Die Sprengungen sind noch nicht abgeschlossen 

„Von den insgesamt 22.000 Bomben und Überresten wurden bis jetzt etwa 1500 gesprengt, das heißt, es wird noch eine ganze Weile dauern, bis sich die Situation ändert“, meint ein Bürger aus Stilfes. Was die Bewohner außerdem beunruhigt, ist die Tatsache, dass es sich um freie Sprengungen handelt. „Soweit ich das mitbekommen habe, wird das Material erst mit Schutt abgedeckt, wenn 100 Stück gleichzeitig gesprengt werden“, erzählt ein Anrainer.

Eine Sprecherin des Regierungskommissariats Bozen erklärt im STOL-Gespräch, dass die Sprengungen in Stilfes gemacht werden, da dies ein guter Platz ist. Während einer Sprengung wird rundherum alles abgesichert und es wird nach den Vorschriftsmaßnahmen getroffen.  

„In den letzten Jahren wurden nur die nötigsten Sprengungen veranlasst. Heuer sind es etwas mehr, aber immer noch nicht so viele“, erklärt die Sprecherin.  

Für die kommenden Wochen sind keine Sprengungen geplant 

Das Regierungskommissariat bestätigt zudem, dass für die kommenden Wochen keine Sprengungen geplant seien, danach müsse man mit den Verantwortlichen und mit dem Bürgermeister nach einer Lösung suchen.

Viele Bewohner würden sich freuen, wenn die Sprengungen an einem anderen Ort duchgeführt würden, dort wo keine Menschen in der Nähe wohnen. Solche Orte würden sich in Südtirol sicherlich reichlich finden, meint ein Bewohner von Stilfes. 

stol/nad

stol