Der Mann hatte einen Gegenstand auf der Homepage second-hand.it zum Preis von 600 Euro angeboten. Schon kurz nach der Veröffentlichung meldeten sich gleich fünf Personen, die per E-Mail großes Kaufinteresse signalisierten. <BR /><BR />Einer der potenziellen Käufer, der sich unter dem Namen Josef Höntges meldete, gab vor, das Geschäft schnell abwickeln zu wollen. Er bat um die PayPal-Daten des Verkäufers sowie um die Adresse für die Abholung. Aus Sicherheitsgründen hielt der Pusterer seine Adresse vorerst zurück und übermittelte lediglich seinen PayPal-Namen. Kurz darauf folgte die Meldung des Käufers, dass er angeblich bereits 820 Euro via PayPal überwiesen habe, was sich aus den 600 Euro für die Ware und zusätzlichen 220 Euro für einen Kurierdienst zusammensetzte, der das Paket abholen sollte.<BR /><BR />Anschließend forderte der Käufer den Pusterer auf, seinen E-Mail-Eingang zu kontrollieren. Dort müsse eine Bestätigung von PayPal eingegangen sein. Der Verkäufer solle umgehend die zusätzlichen 220 Euro an den angeblichen Kurier weiterleiten, damit die Abholung organisiert werden könne. <BR /><BR />Tatsächlich fand der Mann kurz darauf gleich zwei E-Mails in seinem Postfach vor, die auf den ersten Blick wie offizielle Nachrichten von PayPal wirkten. In beiden wurde bestätigt, dass die Zahlung erfolgt sei und nun lediglich die Weiterleitung des Geldes an den Kurier notwendig sei.<BR /><BR />Weil der Pusterer jedoch bereits Lunte gerochen hatte, nahm er die Nachrichten genauer unter die Lupe. Dabei zahlte sich das Wissen aus seinen betrieblichen Phishing-Schulungen aus, da dem Mann sofort mehrere Ungereimtheiten ins Auge fielen. Die Absenderadresse wirkte unseriös, die Formulierungen im Text waren teilweise fehlerhaft und das angegebene Bankkonto für die Überweisung führte nach Malta. Besonders perfide war zudem ein Link am Ende der gefälschten Nachricht, der angeblich direkt zum offiziellen PayPal-Kundendienst führen sollte.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1328526_image" /></div> <BR /><BR />Schnell wurde klar: Die E-Mail war gefälscht. Tatsächlich war auf seinem PayPal-Konto keinerlei Zahlung eingegangen. Ziel der Betrüger war es offenbar, den Verkäufer dazu zu bringen, den angeblichen Kurier aus eigener Tasche zu bezahlen. Das Geld wäre direkt bei den Kriminellen gelandet, während der Verkäufer einen finanziellen Schaden erlitten und sein Geld nie wieder gesehen hätte.<BR /><BR />Experten warnen seit Jahren vor genau diesen Betrugsmustern, bei denen Kriminelle immer wieder versuchen, Verkäufer mit gefälschten Zahlungsbestätigungen unter Druck zu setzen, um sie zu überstürzten Überweisungen zu verleiten. Für den sicheren Online-Handel gilt daher eine goldene Regel, nach der sich Verkäufer niemals blind auf Bestätigungen per E-Mail verlassen sollten. Stattdessen ist es unerlässlich, grundsätzlich direkt im eigenen, separat geöffneten PayPal-Konto oder beim jeweiligen Zahlungsdienstleister zu prüfen, ob das Geld tatsächlich gutgeschrieben wurde.