Othmar Kammerer, Kommandant der Stefansdorfer Wehr, wurde am Montag selbst auf den ungebetenen Besuch aufmerksam, den bisher Unbekannte über das Wochenende der Halle abgestattet hatten. „Die Eingangstür war aufgebrochen“, erzählt er. <BR /><BR />In der Halle selbst habe an den Fahrzeugen zunächst kaum etwas auf einen Einbruch hingewiesen, „alle Rollos und Türen waren wieder schön verschlossen“. Doch beim genaueren Nachsehen zeigte sich, dass mehrere Geräte und Werkzeuge fehlten: „Batterien, Akku-Bohrer, Flex, Kombi-Spreizer und Zubehör“, zählt Kammerer auf. Dazu kommen herausgerissene Kabel in den Fahrzeugen sowie die beschädigte Eingangstür. Kammerer schätzt den Schaden auf bis zu 20.000 Euro. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1241160_image" /></div> <BR />Der Einbruch in Stefansdorf blieb kein Einzelfall: Am Mittwoch traf es die Feuerwehrhalle in Mühlbach oberhalb von Gais. Kommandant Markus Wolfsgruber kann die Tatzeit auf „zwischen Mittag und 20.15 Uhr“ eingrenzen. Als der Gerätewart am Abend in die Halle wollte, fand er die Eingangstür aufgebrochen vor. Auch an den Fahrzeugen sei sofort erkennbar gewesen, dass sich jemand zu schaffen gemacht habe. Die Beute ähnelt jener aus Stefansdorf: Kombi-Spreizer samt Zubehör, Batterien und Ladegeräte – „die Akku-Bohrer haben sie bei uns nicht mitgenommen“, so Wolfsgruber. Die entsprechenden Aufbewahrungsorte an den Fahrzeugen wurden augenscheinlich gezielt angesteuert; andere Werkzeuge oder das Büro blieben unberührt. <h3> „Eine Frechheit gegenüber dem Ehrenamt“ – eine „extrem skrupellose Tat“</h3>Der Schaden ist erneut beträchtlich: Allein der Kombi-Spreizer, der bei Einsätzen unter anderem Türen öffnet, kostet rund 13.000 Euro. Da die Geräte hierzulande praktisch unverkäuflich und für Laien unbrauchbar seien, liegt der Verdacht nahe, dass die Beute außer Landes gebracht wird. Insgesamt rechnet Wolfsgruber mit mindestens 15.000 Euro Schaden, zuzüglich der Reparatur der Tür. Er sei „wahnsinnig enttäuscht, dass sogar Hilfsorganisationen bestohlen werden“.<BR /><BR />Auch Bürgermeister Alexander Dariz reagiert entsprechend. „Es ist sehr traurig, wenn bei jenen, die in der Not helfen, eingebrochen wird.“ Er geht davon aus, dass das Bergdorf Mühlbach gezielt ausgewählt worden ist – die Wehr hat ein neues Fahrzeug in der Halle. „Über die neuen Medien spricht sich das schnell herum“, sagt Dariz. Profis wüssten, was darin zu holen sei. Auch die Stefansdorfer Wehr hat erst kürzlich ein neues Fahrzeug erhalten. Bürgermeister Martin Ausserdorfer spricht von „einer Frechheit gegenüber dem Ehrenamt“ und einer „extrem skrupellosen Tat“. Der Schaden sei der Versicherung gemeldet worden.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1241163_image" /></div> <BR /><BR /> Auch in Gais hofft man, dass diese für die Schäden aufkommt. Angesichts der offenbar professionellen Täter, die gezielt neuere Feuerwehrfahrzeuge ins Visier nehmen, müsse man sich Gedanken über Alarmanlagen und Überwachungskameras machen, sagt Dariz. Ausserdorfer bestätigt: Die Überwachung mit Kameras sei in seiner Gemeinde bereits in Vorbereitung, ziehe sich aber wegen Datenschutz und Bürokratie hin. „Aber es wird nichts anderes helfen – und es schreckt auf jeden Fall ab.“<BR /><BR />Der Feuerwehrbezirk Unterpustertal hat mittlerweile alle Feuerwehren zur Kontrolle der Gerätehäuser aufgerufen. Präsident Alois Steger appelliert auch an die Bevölkerung, verdächtige Bewegungen in den Orten und rund um die Feuerwehrhallen umgehend zu melden.