Die 6 Kündigungen betreffen Ärztinnen und Ärzte der Abteilungen Gynäkologie und Geburtshilfe (2), Augenheilkunde (2), Pädiatrie (1) sowie die Radiologie (1). Derzeit – Stand 1. Juli 2024 – beschäftige der Gesundheitsbezirk 251 Ärztinnen und Ärzte (209 Vollzeitäquivalente), wovon 156 unbefristet angestellt sind, 44 befristet und 51 freiberuflich arbeiten, erklärt Bezirksdirektor Gerhard Griessmair.<BR /><BR />Er nennt weitere Zahlen: Seit dem 1. Jänner 2022 – also seit zweieinhalb Jahren – gab es im Bezirk 44 Eintritte, davon 24 Facharztauszubildende. „Gerade das ist ein wichtiger Faktor für uns, weil viele Ärzte nach der Ausbildung dem Ausbildungskrankenhaus erhalten bleiben“, sagt Griessmair. Demgegenüber stehen 36 Austritte. „Darunter sind 9 Ruhestände und 6 Facharztauszubildende, die an andere Orte gewechselt haben.“ Ein gewisser Personalwechsel im Betrieb sei durchaus normal, sagt der Bezirksdirektor, bekennt aber, dass 6 Abgänge in wenigen Monaten durchaus ein „Aderlass“ seien, den man versuchen müsse auszugleichen. <h3> „Der Kündigungswelle auf den Grund gehen“</h3>Für Maria Elisabeth Rieder, Landtagsabgeordnete vom Team K, sind die aktuellen Entwicklungen ein Beweis, dass die Kündigungswelle im Südtiroler Sanitätsbetrieb kein Ende nehme. In der nächsten aktuellen Fragestunde im Landtag will sie von Gesundheitslandesrat Hubert Messner die Daten der Kündigungen nach Gesundheitsbezirk, Abteilung und Berufsbild in Erfahrung bringen. Sie verweist auch darauf, dass Messner angekündigt habe, dass mit dem Personal, das kündige, gesprochen werde, um die Gründe zu erfahren. „Das muss aber passieren, bevor die Kündigung auf dem Tisch liegt“, sagt Rieder und nennt Arbeitsklima, Wertschätzung und Führungsqualitäten als Bereiche, „auf die man schauen müsse“, so Maria Elisabeth Rieder.<BR /><BR />Diese Gespräche werden geführt, sagt Bezirksdirektor Gerhard Griessmair. Die Gründe für die Kündigungen seien vielfältig und vielfach persönlicher Natur. „Es werden familiäre Gründe genannt, manche möchten sich weiterentwickeln oder verändern, andere sich selbständig machen“, sagt er. In einem Krankenhaus zu arbeiten und Dienste 365 Tage im Jahr rund um die Uhr abzudecken, sei mitunter schwierig. Den Führungsstil auf manchen Abteilungen zu bemängeln, sei zu kurz gegriffen, meint Griessmair. Außerdem gebe es keine auffällige Häufung von Kündigungen auf bestimmten Abteilungen. <h3> Hoffen auf neue Ärzteausbildung</h3>Sehr wohl gebe es aber einige in personeller Hinsicht kritische Bereiche: Medizin, Pädiatrie und Psychiatrie zum Beispiel. „Wir setzen auf die Ärzteausbildung, die jetzt in Südtirol startet und auf die Kooperationen in der Ausbildung mit Hamburg und Salzburg“, sagt Griessmair. Dabei verpflichten sich die Studenten, die nach Ausbildungsende im gesamten deutschen Sprachraum begehrt seien, mindestens 4 Jahre in Südtirol zu arbeiten. „Diese Maßnahmen greifen in den nächsten Jahren, weshalb sich die Situation sicher verbessern wird.“ Aber eines sei auch sicher: So wie sich die Gesellschaft verändere, verändere sich auch die Ärzteschaft. Sie sei heute flexibler, mobiler und auch im Pustertal kulturell vielfältiger. Wobei man, um den Arztberuf in Italien ausüben zu können, des Italienischen mächtig sein muss, und in Südtirol für die Facharztausbildung den Zweisprachigkeitsnachweis B2 benötigt und als Facharzt innerhalb von 3 Jahren die Zweisprachigkeitsprüfung ablegen muss, erklärt Griessmair.