Warum das jetzt nicht mehr möglich ist, erklärt Herbert Steinwandter, der Leiter der Umweltdienste in der Bezirksgemeinschaft Pustertal. <b>von Karl Tschurtschenthaler</b><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1086801_image" /></div> <BR /><b>Warum wird bei der Biomüllsammlung im Pustertal demnächst einiges neu?</b><BR />Herbert Steinwandter: Beim Abfall ist die Vermeidung das Allerwichtigste. Das ist das Um und Auf. Erst danach kommt die Müllverwertung. Damit die Verwertung möglichst gut funktioniert, müssen die Abfälle genau getrennt gesammelt werden.<BR /><BR /><b>Bisher wurde im Pustertal der Biomüll gemischt gesammelt. In der Biotonne konnten Küchen- und Grünabfälle zusammen entsorgt werden. Warum geht das jetzt nicht mehr?</b>Steinwandter: Diese Trennung wird in einigen Gemeinden bereits seit Jahren gemacht, etwa in 4 Gemeinden des Hochpustertales und in 4 Gemeinden des Gadertales. In den anderen Gemeinden ziehen wir jetzt nach. Denn je besser wir unsere Abfälle trennen, umso besser können wir sie wiederverwerten. Der gemischte Biomüll konnte bisher nur in Kompostwerken verwertet werden. Wir haben jährlich am Kompostwerk Bruneck ca. 10.000 Tonnen Biomüll – eine große Menge. Die Hälfte davon kann vor Ort kompostiert werden, die andere Hälfte wird extern entsorgt, also in Kompostwerken außerhalb Südtirols – verbunden mit langen Transportwegen. Weil wir unseren Biomüll im eigenen Land verwerten wollen, gibt es jetzt die nötigen Änderungen. Die gesammelten Küchenabfälle kommen ab 2025 in die Vergärungsanlage nach Lana, wo aus den beim Prozess entstehenden Gasen „grüner“ Strom erzeugt wird.<BR /><BR /><b>Und was tun die Leute mit ihren Grünabfällen?</b><BR />Steinwandter: Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. In vielen Gemeinden des Tales können Grünabfälle schon jetzt in den Recyclinghöfen abgegeben werden. Mancherorts werden bestimmt noch neue Ablagestellen hinzukommen. Angedacht werden könnte auch eine Eigenkompostierung, wobei mir klar ist, dass diese nicht überall möglich ist. Aber das Wichtigste ist auch hier, Grünabfälle möglichst zu vermeiden.<BR /><BR /><b>Wie soll das gehen?</b>Steinwandter: Etwa durch einen wöchentlichen Schnitt des Rasens oder durch den Einsatz von Rasenrobotern. Das Gras bleibt als Rasendünger liegen. Vermeidung sollte übrigens auch bei den Küchenabfällen ein Thema sein. Es ist erschreckend zu sehen, wie viele Lebensmittel bei uns weggeworfen werden.<BR /><BR /><b>Sie schlagen für Grünabfälle auch die Errichtung von Kleinkompostieranlagen vor.</b>Steinwandter: Solche gibt es bereits da und dort im Land. Sie sind recht einfach zu errichten und zu betreuen. Denkbar wäre, dass sich 2 oder 3 Gemeinden zusammentun und eine solche Anlage gemeinsam führen. Das Endprodukt wäre eine Erde von toller Qualität.