<BR />An der Pusterer Bahnlinie wird auf Hochtouren gearbeitet – und zwar in drei Bereichen: an den Bahnhöfen, auf der Strecke selbst und an der neuen Riggertalschleife. Während die Bauarbeiten im oberen Pustertal schon vor dem Sommer abgeschlossen wurden, läuft der Abschnitt Bruneck–Franzensfeste nun auf die Zielgerade zu.<h3> Die Ursprungspläne und die Realität</h3>Ursprünglich war vorgesehen, die Strecke Bruneck–Mühlbach bereits Mitte Dezember und Mühlbach–Franzensfeste Ende Jänner 2026 zu öffnen. Daraus wird nichts: „Die gesamte Strecke bis und ab Franzensfeste geht mit dem 27. Jänner 2026 wieder in Betrieb“, teilte Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider auf entsprechende Anfragen im Landtag mit. Ein Umstieg auf den Bus in Mühlbach sei bei den Fahrgästen ohnehin wenig gut angekommen. Zudem hätten Verzögerungen beim Ausbau des Bahnhofs Vintl zu dieser Terminverschiebung geführt, ergänzt Alexander Alber, Amtsdirektor für Infrastrukturen und nachhaltige Mobilität. Dort entsteht ein zusätzliches Gleis, das künftig Überholungen und Zugkreuzungen ermöglicht – Arbeiten, die ein weiteres Monat beanspruchen.<h3> Riggertalschleife erst ab 2027 in Betrieb</h3>Deutlich länger dauert es bei der Riggertalschleife: Laut Schienennetzbetreiber RFI wird die Neubaustrecke erst Anfang 2027 – und damit rund ein Jahr später als geplant – eröffnet. „Grund dafür ist insbesondere die sich in die Länge gezogene Genehmigung des Ausführungsprojekts der Baufirma“, heißt es aus dem Mobilitätsassessorat.<h3> Was bisher an der Strecke geleistet wurde</h3>Dass an der Strecke massiv gearbeitet wurde und wird – mitunter rund um die Uhr –, das belegen die Zahlen: Bisher wurden 3.600 Meter taktile Leitlinien für Sehbehinderte, 2.000 Meter Bordsteine an den Bahnsteigen sowie 600 Quadratmeter Überdachung der Bahnsteige erneuert, die Bahnsteige 1 und 2 am Bahnhof Innichen erhöht, neun Aufzüge ersetzt und ein Aufzug technisch angepasst, 20 Kilometer Oberleitung ersetzt, Maßnahmen zur Minderung des hydrogeologischen Risikos in Percha und zwischen Innichen und der Staatsgrenze durchgeführt sowie 1.800 Leuchten entlang der gesamten Strecke durch neue LED-Leuchten ersetzt. „Außerdem werden im gesamten Pustertal rund 27 Kilometer Geleise erneuert“, sagt Amtsdirektor Alber. Er räumt ein, dass die defekten Aufzüge in mehreren Bahnhöfen im oberen Pustertal nach wie vor ein Problem darstellen, das nahezu täglich gegenüber dem Schienennetzbetreiber angesprochen werde. „RFI hat reagiert, eigenes Personal zur Unterstützung abgestellt und zugesichert, die Anlagen so bald wie möglich in Betrieb zu setzen.“<BR /><BR />Auch finanziell ist das Projekt ein Schwergewicht: 250 Millionen Euro steckt RFI allein in die neue Riggertalschleife, 10 Millionen Euro in die Bahnlinie im Pustertal und weitere 9 Millionen Euro in die Bahnhöfe. Für Letztere gibt es zusätzlich 3,4 Millionen Euro vom Land.