Die neuen, verzinkten Oberleitungsmasten sind über weite Teile der Strecke gut sichtbar. Wo sie noch fehlen, sollen sie in diesen Tagen montiert werden. <BR /><BR />„In der nächsten Woche werden die Oberleitungen eingezogen“, erklärt Martin Vallazza, Ressortdirektor für Infrastrukturen und Mobilität. Er hat sich am Mittwoch über den Stand der Arbeiten informiert. Sind die Leitungen montiert, können am 20. Jänner die Testfahrten starten. „Dabei geht es nicht nur um die technische Überprüfung“, so Vallazza, „sondern auch darum, dass Lokführer und Zugpersonal die teilweise neue Streckenführung – insbesondere im Bereich Schabs – kennenlernen.“ Die RFI-Verantwortlichen haben ihm jedenfalls versichert, dass der reguläre Zugbetrieb am 27. Jänner wieder aufgenommen werden kann. <BR /><BR />Während der 13-monatigen Vollsperre wurde die Bahnstrecke im unteren Pustertal umfassend modernisiert. „Die Arbeiten, die jetzt noch anstehen, können ohne Unterbrechung des Bahnverkehrs durchgeführt werden“, betont Vallazza. Eine längere Sperre ist aber im oberen Pustertal vorgesehen: Zwischen Bruneck und Innichen wird die Bahn im April stillgelegt, um die im Vorjahr begonnenen Arbeiten am Signalsystem abzuschließen.<BR /><BR />Da sich der Bau der Riggertalschleife verzögert hat, werden die Pustertaler Züge vorerst weiterhin bis Franzensfeste fahren. „Der Abschnitt zwischen Schabs und Franzensfeste wurde zwar nicht modernisiert, bleibt aber bestehen“, erklärt Vallazza. Damit halte man sich auch die Option offen, künftig einzelne Züge aus dem Pustertal Richtung Norden zu führen. <BR /><BR />Ansonsten werden die Züge ins und aus dem Pustertal mit der Fertigstellung der Riggertalschleife direkt von und nach Brixen fahren. Dadurch verkürzt sich die Fahrzeit zwischen Bruneck und Brixen um 15 Minuten. Die neue Strecke durchs Riggertal soll in etwa einem Jahr baulich abgeschlossen sein. „Da es sich um eine Neubaustrecke handelt, ist eine Abnahme durch die nationale Sicherheitsagentur ANSFISA erforderlich. Das dauert mindestens ein halbes Jahr“, sagt Vallazza. Mit einer Inbetriebnahme sei daher frühestens Mitte 2027 zu rechnen.<h3>Vorerst 15 Minuten Wartezeit in Bruneck</h3>Bis dahin bleiben Züge in Bruneck 15 Minuten stehen. Im Zuge der Organisation des Schienenersatzverkehrs sind die Fahrpläne östlich von Bruneck um eine Viertelstunde gedreht worden, um einen 15-Minuten-Puffer für den Umstieg von Bus auf Zug sowie für mögliche Staus auf der Straße zu schaffen. Auch die Schulzeiten wurden daran angepasst. In Erwartung der künftig kürzeren Fahrzeiten mit der Riggertalschleife und beim weiterhin bestehenden Halbstundentakt bleiben diese Fahrpläne aufrecht. „Die Alternative wäre gewesen, die Wartezeit in Franzensfeste einzuplanen“, erklärt Vallazza. Da erschien Bruneck als bessere Lösung. <h3> Was ist in den 13 Monaten passiert?</h3>Den Baubeginn für die Riggertalschleife hat der Schienennetzbetreiber RFI für umfassende technische und sicherheitsrelevante Arbeiten an der Bahnstrecke im Pustertal sowie an 13 Bahnhöfen genutzt. Investiert werden in Summe rund 20 Millionen Euro, die zum Teil mit Geldmitteln aus dem Olympiafonds bestritten werden. Konkret wurden: <BR /><BR />27 Kilometer Geleise erneuert<BR />die Bahnstrecke technisch und sicherheitstechnisch abgesichert<BR />das Zugleitsystem ETCS eingebaut<BR />die Oberleitungen ausgetauscht<BR />die Kreuzungsstelle am Bahnhof Vintl wiederhergestellt<BR /> Bahnsteige erhöht<BR /> rund 6.000 Meter taktile Leitlinien für Sehbehinderte erneuert<BR />etwa 3.500 Meter Bordsteine an den Bahnsteigen saniert<BR />rund 1.800 Quadratmeter Bahnsteigüberdachungen instand gesetzt<BR />250 Signaltafeln erneuert<BR />1.200 Leuchten auf LED-Technologie umgestellt <BR />7 Unterführungen saniert <BR />18 Aufzüge gewartet oder erneuert