Fette im Abwasser sind keinesfalls ein Schmiermittel für einen besseren Durchfluss. Das Gegenteil ist der Fall: „Unsachgemäß entsorgte Speiseöle und Fettablagerungen können Kanalrohre verstopfen, Pumpwerke beschädigen und die Abwasserreinigung erheblich erschweren. Die Folgen sind teure Wartungs- und Reparaturarbeiten“, stellt Konrad Engl von der ARA Pustertal klar.<BR /><BR />Woher die hohen Fettmengen stammen, lasse sich nicht eindeutig feststellen. Der Tourismus trage aber eine Mitschuld. Messungen haben nämlich ergeben, „dass die Fettbelastung zum Beispiel im Hochabteital in der Hochsaison deutlich höher ist als unterm Jahr“, sagt Engl.<BR /><BR /> Bezirkspräsident Robert Alexander Steger pflichtet ihm bei und verweist in diesem Zusammenhang auf die kostenlose Abgabemöglichkeit des „Pustertaler Ölis“ für Privathaushalte in den Recyclinghöfen. Ebenso kostenlos werden Bratfette und Altöle in den Betrieben abgeholt. „Daher habe ich absolut kein Verständnis, wenn Öle und Fette im großen Stile im Abwasser landen“, wettert Steger. Die Betreiber rufen jedenfalls alle auf, die Stoffe getrennt zu sammeln und fachgerecht zu entsorgen.<BR /><BR />Trotz der steigenden Belastungen sehen sich die Klärwerke im Pustertal technisch gut vorbereitet. In den vergangenen Jahren seien die Kapazitäten aller Standorte um rund 45 Prozent erweitert worden. „Wir sind noch lange nicht am Limit“, betont Engl. Das Problem liege weniger bei der Menge des Abwassers als vielmehr bei dessen Zusammensetzung.<h3> Mikroplastik bleibt Herausforderung</h3>Neben Fetten und Ölen beschäftigt die Kläranlagen im Pustertal auch das Thema Mikroplastik. Laut Konrad Engl werden in den Anlagen bis zu 95 Prozent der Kunststoffpartikel aus dem Abwasser entfernt. Das verbleibende Mikroplastik im gereinigten Wasser verursache nach aktuellem Stand keine Schäden in den Flüssen. <BR /><BR />Problematisch sei jedoch das Mikroplastik im Klärschlamm. In St. Lorenzen wird derzeit etwa ein Drittel der Südtiroler Klärschlämme verbrannt, wodurch das enthaltene Mikroplastik zerstört wird. Der restliche Klärschlamm gelangt weiterhin in die Landwirtschaft oder in Kompostieranlagen. So könne das Mikroplastik in die Lebens- mittelkette geraten. Langfristig soll daher der gesamte Südtiroler Klärschlamm in St. Lorenzen thermisch verwertet werden.