Dienstag, 20. Dezember 2016

Quästor: „Habe mich in Südtirol verliebt“

Vor dreieinhalb Jahren trat Lucio Carluccio (65) das Amt als oberster Chef der Sicherheitskräfte in Südtirol an. Mit Ende des Jahres geht Bozens Quästor in den Ruhestand. Den Südtirolern hinterlässt er eine gut aufgestellte Polizei, aber auch eine in letzter Zeit stark angestiegene Kleinkriminalität. Um dieses Problem zu lösen, brauche es aber schärfere Gesetze und eine europäische Lösung des Flüchtlingsproblems, ist Carluccio überzeugt.

Lucio Carluccio zieht es nach Mailand zurück.
Badge Local
Lucio Carluccio zieht es nach Mailand zurück. - Foto: © STOL

„Dolomiten“: Was hat sich seit Ihrem Amtsantritt im Mai 2013 in Südtirol verändert?
 Quästor Lucio Carluccio: Als ich vor dreieinhalb Jahren nach Südtirol kam, sprach man von dem Land als Insel der Seligen. Und genau dies traf ich damals auch an: eine gut funktionierende Verwaltung, eine intakte Umwelt und fleißige Menschen. Und genau das gibt es in Südtirol noch immer. Verändert hat sich anscheinend aber das Sicherheitsgefühl bei den Südtirolern.

„D“: Können Sie nachvollziehen, warum sich immer mehr Südtiroler nicht mehr sicher fühlen?
 Carluccio: Ich verstehe dieses Gefühl von mangelnder Sicherheit, das heute viele Menschen hier haben. Allerdings ist es ein komplexes Thema. Die Südtiroler waren es über Jahrzehnte hinweg nicht gewohnt, ihre Haustüren zusperren zu müssen. Die Menschen hier mussten erst lernen, auch selbst für den Schutz ihrer Güter zu sorgen. Sie mussten lernen, dass Sicherheitstüren und Überwachungskameras Einbrecher abschrecken. Wir können nicht vor jedes Haus oder hinter jedes Fahrrad einen Beamten stellen. Aber die Kleinkriminalität in Südtirol ist zweifelsohne angestiegen. 

_______________________

 Lesen Sie das ausführliche Interview von „Dolomiten-Redakteur“ Michael Eschgfäller mit Quästor Lucio Carluccio in der Dienstagsausgabe des Tagblatts „Dolomiten“. 

stol