Dass er in Meran und dem Burggrafenamt viele „Tifosi“ hat, wusste er nicht, freut ihn aber.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1006997_image" /></div> <BR /><BR /><b>Herr Quästor Sartori, Sie waren heute (gestern, Anm. d. Red) auf Besuch in Meran. Wie war’s?</b><BR />Quästor Paolo Sartori: Es war ein sehr herzliches Treffen mit Bürgermeister Dario Dal Medico, Carlo Casaburi, Leiter des Polizeikommissariats in Meran, sowie dem Kommandanten der Stadtpolizei, Alessandro De Paoli. Gemeinsam wollen wir an Lösungen zur Sicherheit der Bürger arbeiten.<BR /><BR /><b>Konnten Sie sich ein Bild von Meran machen? </b><BR />Sartori: Ich war zu Fuß und im Auto unterwegs und habe mir die Örtlichkeiten mit höherem Kriminalitätsrisiko angeschaut – auch das Bahnhofsareal. Natürlich ist es morgens und am Vormittag besonders ruhig. <BR /><b><BR />Welchen Eindruck haben Sie von Meran?</b><BR />Sartori: Ich schicke voraus, dass ich zwischen 1999 und 2017 unter anderem von Bukarest aus für Osteuropa und den nahen Osten sowie später von San Salvador aus für Mittel- und Südamerika in der internationalen Verbrechensbekämpfung tätig war. Ich habe Beirut und San Salvador erlebt. So gesehen, ist Meran ein Paradies mit einem sehr hohen Lebensstandard, aber auch mit einem ebenso hohen Anspruch auf Sicherheit – ein gutes Recht aller Bürger. Daher habe ich sowohl Polizeikommissariat als auch Stadtpolizei und Gemeinde aufgefordert, als Antennen zu fungieren, um mir sofort alles Kritische und Fälle zu melden, wenn einzugreifen ist. <BR /><BR /><b>Bis jetzt hieß es landläufig, das Gesetz ließe nicht viel zu...</b><BR />Sartori: Die Prävention ist meine Kompetenz und das Gesetz bietet mir sehr viele Werkzeuge. Von der Verwarnung über eine Wegweisung aus einem Lokal, einer Zone, einer Stadt bis hin zu den Ausweisungsdekreten und der Abschiebung – und vieles andere mehr. Es gilt hier, Stein auf Stein zu legen. Es ist die Summe aller dieser Einzelmaßnahmen, die zwar mühsam sind, aber letztlich das Fass vollmachen. Illegale Einwanderer, die schwere Straftaten begangen haben, werden in den nächsten Flieger gesetzt. Ich tue alles, was in meiner Macht steht. Die Leute sollen wissen, dass wir nicht scherzen. Das ist natürlich viel Arbeit für die Quästur, aber dafür werden wir von den Bürgern bezahlt. <BR /><BR /><b>Dem Polizeikommissariat in Meran fehlt Personal. Was können Sie da tun?</b><BR />Sartori: Personalnot haben wir in ganz Italien, aber ich werde natürlich im Innenministerium darauf drängen, Leute zu bekommen.<BR /><BR /><b>Merans hohe Wohnungs- und Lebenshaltungskosten sollen zudem Polizisten abhalten nach Meran zu kommen. Hier haben Bürgermeister und Stadtrat Zaccaria 5, 6 Wohnungen eines Privaten zum Landesmietzins ausgemacht. Eine Hilfe?</b><BR />Sartori: Ja, der Bürgermeister ist sehr disponibel, dafür danke ich ihm. Ich werde diese Informationen auch gerne an die Polizeibeamten weitergeben. <BR /><BR /><b>In Meran wird immer wieder mit Unverständnis darauf verwiesen, dass Innichen gleich viel Polizei hat wie Meran. </b><BR />Sartori: Diese Polizisten tun Dienst an der Grenze. Flüchtlinge, die über die Balkan-Route kommen, versuchen in Winnebach über die Grenze zu kommen. Zudem sind die Polizisten bis herauf nach Bruneck tätig. Also es ist nicht so, dass sie unterbeschäftigt wären.<BR /><BR /><b>In Bozen wurden vergangene Woche leerstehende Gebäude wegen illegaler Besetzer kontrolliert. In Meran würde man sich das auch wünschen...</b><BR />Sartori: Die kommen, die kommen, keine Sorge. Gebt mir bitte ein bisschen Zeit – ich muss erst noch meine Koffer auspacken (lacht). <BR /><BR /><b>Sie haben viele „Tifosi“ in Meran wegen Ihres entschlossenen Durchgreifens. Wissen Sie das?</b><BR />Sartori: Nein, das wusste ich nicht, aber es freut mich. Im Unterschied zu den Bürgermeistern habe ich einen großen Vorteil, ich muss keine Wählerstimmen suchen. Ich kann einfach arbeiten, dafür werde ich ja auch bezahlt.