Dienstag, 24. November 2020

Quarantäne und Krise: Notfalldienste rund um die Uhr erreichbar

Die momentane Ausnahmesituation – ausgelöst durch die Covid-19 Pandemie – hat das Leben aller radikal verändert. Das Netzwerk Psyhelp Covid-19 bietet in dieser Zeit psychologische Hilfe an. Es ist keine Schande, sondern ein großer Vorteil, wenn sich Menschen, die seelische Belastungen spüren, aktiv selbst Hilfe und Beistand suchen. Hier finden Sie wertvolle Tipps, Informationen und weiterführende Kontakte.

Wer die Krise nicht alleine bewältigen kann, sollte sich fachliche Hilfe holen. Das Netzwerk Psyhelp Covid-19 bietet in dieser Zeit wertvolle psychologische Hilfe an.
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Wer die Krise nicht alleine bewältigen kann, sollte sich fachliche Hilfe holen. Das Netzwerk Psyhelp Covid-19 bietet in dieser Zeit wertvolle psychologische Hilfe an. - Foto: © shutterstock
Ca. 13.000 Personen befinden sich in Südtirol aktuell in Quarantäne. Die häusliche Isolation kann ein enormes psychisches Belastungsmoment darstellen. Die Angst vor Symptomen und die Corona-Symptome selbst tun ein Übriges.

„Aus wissenschaftlichen Studien geht hervor, dass sich Quarantäne praktisch nur mit klarer Information und deutlichen Anweisungen aushalten lässt. Ich muss wissen, warum und aufgrund welcher Ergebnisse ich wie lange in Quarantäne sein muss. Ich brauche in der Zeit einen fachlichen Ansprechpartner, der meine Gesundheitslage von Zeit zu Zeit checkt. Ich brauche gute virtuelle Gesellschaft, Gesprächspartner, mit denen ich mich austauschen kann, denen ich meine Lage schildere, auch meine Empfindungen und Befürchtungen. Ich brauche in der Aufregung beruhigende Stimmen und Gesprächsinhalte und wenn es geht, Gesichter, Augenkontakt und Gesten. Notfalls auch nur die Fotos von lieben Menschen“, so das Netzwerk Psychohilfe.

„Erste Hilfe“, Ablenkung und Übungen

Wenn ich sehr aufgeregt oder erschüttert bin, kann ich es mit Beruhigungsstrategien versuchen. Eine der einfachsten ist, bequem zu sitzen oder zu liegen, die Augen zu schließen und meinen eigenen Atem zu beobachten, wie er einwärts und auswärtsströmt. Wenn meine Gedanken abschweifen, bringe ich die Konzentration fünf Minuten lang immer wieder auf die Atmung zurück, egal wie oft ich sie gedanklich verliere. Dabei beobachte ich meine Atmung nur, ich beeinflusse sie nicht. Das hilft nicht immer, aber immer wieder.

Ich kann mich auch gekonnt ablenken. Mit Hinwendung zu meinen liebsten Hobbys, Spielen, Sammeln, Lesen, Schreiben, Musik, lieber aktiv als passiv. Da habe ich mein ganz persönliches Muster und stelle vielleicht fest, dass es in der Krise nicht so gut ablenkt wie sonst. Vielleicht aber doch.

Der dritte Weg ist die Aktivierung: Wenn ich erschöpft bin, gut, um in Schwung zu kommen. Wenn ich aufgeregt bin, auch gut zum Abbau der Nervosität. Der Königsweg der Aktivierung ist Bewegung, Nicht zufällig ist Individualsport im zweiten Lockdown erlaubt, wir haben aus dem ersten gelernt, was ungefährlich ist und sehr gut hilft. Zum Aufrichten einer geknickten Psyche hilft Ausdauersport mehr als Kraftsport, Laufen ist besser als Gewichtheben. Ideal ist das Anstrengungsniveau, das den Körper und die Muskeln warm macht, also diffus schwitzen lässt, aber nicht so hoch ist, dass Atemnot auftritt. Ca 30 Minuten sind eine für das Gehirn wahrnehmbare, die Stimmung aufhellende Aktivität. Noch besser, wenn sie wiederholt wird, mindestens 4 Mal pro Woche.

Wenn alles nichts nützt, holen Sie sich Hilfe

Wenn die drei genannten und einige andere versuchte Strategien nicht mehr viel nützen, wenn Sie merken, dass niederschwellige Beratungsangebote keine wesentliche Verbesserung bewirken, dann ist der Schritt zu einer fachlichen psychologischen Beratung angezeigt. Er gelingt jetzt relativ leicht, im Anhang befinden sich die nützlichen Adressen, nach Dringlichkeit geordnet.

Dabei stellt sich die Frage, was ein Notfall oder eine Krise ist. Die Antwort ist ganz einfach. Die Krise liegt dann vor, wenn ich sie empfinde.

Hier alle wichtigen Nummern



stol