Ein Jahr nach dem Unglück begannen der Verein Bresadola in Zusammenarbeit mit der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz mit der Überwachung der in Südtirol heimischen Pilzarten. <BR /><BR />„Heutzutage sind alle Speisepilze, die hierzulande gegessen werden, bezüglich der Cäsium-137-Werte unbedenklich“, erklärt er. Dabei bezieht sich der Mykologe auf Steinpilze, Herrennagelen, Parasol und Pfifferlinge. Ein in Südtirol eher unbekannter Speisepilz, der Reifpilz, weist hingegen weiterhin erhöhte Cäsium-137-Werte auf. „Bei einer normalen Pilzmahlzeit nimmt der Mensch zwar sehr wenig radioaktives Cäsium auf, aber man sollte dennoch auf den Verzehr des Reifpilzes verzichten“, erklärt der Pilzexperte.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1305102_image" /></div> <BR /><BR />In den Sommermonaten sammeln 17 Mitglieder des Vereins Bresadola landesweit immer an denselben Standorten etwa 40 bis 50 Pilzarten. Diese werden anschließend getrocknet und im Landeslabor untersucht. Dabei werden auch ungenießbare Pilzarten erfasst. „Das dient zum einen dazu, dass wir die Entwicklung der radioaktiven Belastung im Blick behalten können“, sagt Kob. Zum anderen sei es auch präventiv sinnvoll, falls es in Zukunft erneut zu einer solchen Katastrophe kommen sollte. Nach wie vor seien in den Messungen Jahr für Jahr Veränderungen spürbar. Cäsium-137 hat eine Halbwertszeit von etwa 30 Jahren, das bedeutet, dass nach dieser Zeit etwa die Hälfte des radioaktiven Stoffs abgebaut wurde. Nach weiteren 30 Jahren wieder die Hälfte davon, so lange, bis es vollständig abgebaut ist. „Aber das wird mit Sicherheit noch einige Jahre dauern“, meint er. <BR /><BR />Eine derart umfassende Langzeitstudie wie in Südtirol gebe es in Italien sonst nicht. „Auch für die Bevölkerung ist das wichtig, da sich im Bedarfsfall mit wissenschaftlichen Daten Entwarnung geben lässt, wenn Besorgnis besteht“, erklärt der Experte. Falls die radioaktive Belastung in Pilzen jemals die Grenzwerte überschreiten sollte, würde die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz sofort Alarm schlagen und die Bevölkerung informieren. Seit der Nuklearkatastrophe vom 26. April 1986 ist dieser Fall glücklicherweise noch nie eingetreten „und das darf gern auch so bleiben“, meint er.