<a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/vor-krankenhaus-abgelegt-toter-ohne-identitaet-gibt-raetsel-auf" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Am Donnerstagmorgen berichteten wir über den mysteriösen Fall nahe Mailand: </a>Ein schwerverletzter Mann ohne Ausweispapiere wurde vor dem Krankenhaus „Fornaroli“ in Magenta abgelegt und starb kurz darauf. Nun ist das Rätsel um seine Identität und die Umstände seines Todes gelöst.<BR /><BR />Was zunächst wie ein anonymes Verbrechen aussah, entpuppt sich als gescheiterter Raubüberfall in Lonate Pozzolo (Provinz Varese, nordwestlich von Mailand). <BR /><BR />Wie die italienische Tageszeitung „Corriere della Sera“ in ihrer Online-Ausgabe berichtet, handelt es sich bei dem Toten um den 37-jährigen Adamo Massa. Der Mann, ein polizeibekannter Angehöriger der Rom-Etnie aus einem Lager in Turin, wurde Opfer einer gewaltsamen Konfrontation mit dem Bewohner des Hauses, in das er eingebrochen war.<h3> Kampf in der Villa</h3>Was war geschehen? Gegen 11 Uhr am Mittwochvormittag drang Massa gemeinsam mit einem Komplizen in eine Villa in Lonate Pozzolo ein. Die beiden dachten, das Haus sei leer, doch im ersten Stock befand sich der 33-jährige Sohn der Besitzer, Jonathan Maria Rivolta – laut Corriere della Sera ein promovierter Universitätsforscher und Kampfsport-Enthusiast.<BR /><BR />Als Rivolta die Einbrecher überraschte, kam es zu einem heftigen Handgemenge. Während Rivolta Schläge ins Gesicht einstecken musste, setzte er sich mit einem Taschenmesser zur Wehr. Er traf Massa mit einem Stich in die Brust. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1261881_image" /></div> <h3> Flucht und Tumulte im Krankenhaus</h3>Nach der Auseinandersetzung ergriffen die Kriminellen die Flucht und luden ihren schwerverletzten Komplizen in einen wartenden Fluchtwagen. Erst vor dem Krankenhaus „Fornaroli“ in Magenta luden sie ihn ab und rasten davon.<BR /><BR />Nachdem der Tod des 37-Jährigen bekannt wurde, spielten sich im Krankenhaus von Magenta dramatische Szenen ab: Rund 200 Verwandte und Freunde des Toten belagerten die Notaufnahme. Ein Teil der aufgebrachten Menge versuchte gewaltsam in die Behandlungsräume einzudringen und riss dabei eine Eingangstür aus der Verankerung. Erst ein Aufgebot der Polizei konnte die Lage beruhigen.<h3> Politische Wellen und Angst vor Rache</h3>Der Fall schlug schnell Wellen bis in die nationale Politik. Vize-Premier Matteo Salvini äußerte sich umgehend auf der Plattform X: „Solidarität mit demjenigen, der in seinem eigenen Haus angegriffen wurde und sich verteidigt hat!“, zitiert ihn der Corriere della Sera.<BR /><BR />In Lonate Pozzolo herrscht unterdessen große Sorge vor Vergeltungsschlägen. Da der Ort als Hochburg der ’Ndrangheta gilt, hat der Vorfall eine beunruhigende Eigendynamik entwickelt. Berichten zufolge haben lokale „Clans“, die nichts mit der Familie des Hausbesitzers zu tun haben, eigenmächtig „Bürgerwehren“ und Patrouillen gestartet. Mit fahrbaren Streifen wollen sie mögliche Racheakte aus dem Umfeld des getöteten Einbrechers abschrecken. Währenddessen steht die Villa, in der Rivolta lebt, unter offiziellem Schutz einer Carabinieri-Patrouille.<BR /><BR />Die Staatsanwaltschaft von Busto Arsizio koordiniert nun die Ermittlungen wegen Notwehr und prüft die genaue Dynamik des tödlichen Kampfes.