Freitag, 02. April 2021

RAIchlich: Südtiroler zahlen doppelt Gebühr für Rai Südtirol

Die Wichtigkeit von Regionalprogrammen und Regionalnachrichten, gerade für uns als eine deutsch bzw ladinischsprachige Minderheit in Italien, ist unbestritten. Eine Südtiroler Besonderheit ist aber auch, dass die Menschen hierzulande gleich doppelt für den öffentlichen Rundfunk bezahlen müssen: über das sogenannte Mailänder Abkommen und über die Rundfunkgebühren. Die Süd-Tiroler Freiheit hat mit einer Anfrage im Landtag nachgehakt, wie hoch die Summen sind.

Hierzulande zahlen die Bürger gleich doppelt für den öffentlichen Rundfunk.
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Hierzulande zahlen die Bürger gleich doppelt für den öffentlichen Rundfunk. - Foto: © DLife/LO
„Die Antwort auf die Anfrage lässt durchaus aufhorchen“, so die Süd-Tiroler Freiheit: Zwischen 2016 und 2020 zahlten die Südtiroler über 77 Millionen Euro an Rundfunkgebühren. Diese werden meistens über die Stromrechnung einkassiert.

In diesen fünf Jahren stiegen die Einhebungen von knapp 14 Millionen im Jahr 2016 auf fast 18 Millionen im Jahr 2020. Zusätzlich erhielt Rai Südtirol im Zuge des Mailänder Abkommens in diesen fünf Jahren 100 Millionen Euro. Damit haben die Südtiroler in den letzten 5 Jahren über 177 Millionen Euro für den öffentlichen Rundfunk bezahlt (die Zuschüsse für „Südtirol Heute“ nicht eingerechnet), so die Süd-Tiroler Freiheit in einer Aussendung.

Der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll, betont: „Doppelte Rundfunkgebühren für die Rai sind nicht gerechtfertigt, zumal viele Südtiroler die staatlichen Rai-Programme gar nicht konsumieren und die Qualität sowie die politische Ausgewogenheit der Berichterstattung leider oft zu wünschen übrig lassen. Langfristig sollte daher angedacht werden, die Rai in Südtirol von der staatlichen Rai abzukoppeln und zu einem unabhängigen Regionalsender zu machen, damit das Geld der Süd-Tiroler Steuerzahlen direkt der Rundfunkgestaltung in Südtirol zugutekommt!“

stol