Freitag, 16. Februar 2018

Rationierte Rezeptblöcke sorgen für Unmut

Unter den Hausärzten rumort es. Grund ist ein Brief von Thomas Schael, Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebs, mit dem er die Rationierung der roten Rezeptblöcke „ab sofort“ mitteilt. Pro Monat erhält jeder Hausarzt nur mehr 5 Rezeptblöcke – ein Rezeptblock enthält 100 Rezepte. „Das ist viel zu wenig, zumal das EDV-System immer wieder streikt“, sagt eine Hausärztin.

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Foto: © D

In diesem Brief hält Schael fest, dass die digitale, papierlose Verschreibung von Medikamenten gut vorankomme und dass die Bestellung über das Finanzministerium für die Lieferung mit roten Rezeptblöcken durch die Staatsdruckerei in Foggia für das laufende Jahr entsprechend reduziert wurde, und daher bekomme jeder Hausarzt nur mehr 5 neue rote Rezeptblöcke monatlich in den jeweiligen Ausgabestellen des Sanitätsbetriebs. Sollte ein Arzt damit nicht zurechtkommen, müsse er seine Anfrage um weitere schriftlich begründen.

Digitalisierung sollte es richten

Zum besseren Verständnis: Pro Jahr werden in Südtirol 3 Millionen Rezepte für Medikamente ausgestellt. Aber Südtirol ist mit Kalabrien das Schlusslicht bei der Digitalisierung der Medikamenten-Verschreibung. Deshalb gab Schael im Juni 2016 die Losung aus, dass bis März 2017 rund 90 Prozent davon digital abgewickelt werden sollen. Davon ist man noch weit entfernt. „Wir sind jetzt bei 67 Prozent, die meisten Ärzte sogar bei 90 Prozent“, sagte Generaldirektor Schael auf Nachfrage des Tagblatts „Dolomiten“. Anzumerken ist auch, dass gut 50 der rund 280 Südtiroler Hausärzte sich bis heute um das papierlose Medikamenten-Rezept geschert haben.

Wie dem auch sei, nur 5 Rezept-Blöcke pro Monat sei ein Unding, so die Hausärztin. „Denn ein Hausarzt mit 1800 Patienten und mehr braucht einen Rezeptblock am Tag. Denn das rote Rezept braucht es auch weiterhin für Blutproben, für diagnostische Verschreibungen wie Röntgen oder eine Magnetresonanz sowie für Facharztvisiten und Physiotherapien“, sagt die Hausärztin. Das hieße, mit 5 Blöcken käme ein Hausarzt mit mehr als 1800 Patienten nur für 5 Tage aus. Denn leider funktioniere das EDV-System längst nicht immer, das dann den Hausarzt anleite, „mit dem roten Rezept fortzufahren“.

lu

stol