Freitag, 12. Januar 2018

Raubüberfall auf Pariser Ritz ist ein Reinfall

Der Raubüberfall auf das Pariser Luxushotel Ritz ist für die Diebe zu einem riesigen Reinfall geworden: Die Polizei stellte die Millionenbeute vollständig sicher, wie am Donnerstagabend von Seiten der Ermittler verlautete. Drei der fünf Täter sind in Haft, nach zwei weiteren wird noch gefahndet.

Der Überfall auf das Hotel Ritz war ein Reinfall.
Der Überfall auf das Hotel Ritz war ein Reinfall.

Die Diebe seien komplett leer ausgegangen, hieß es aus Justizkreisen. Demnach wurden alle gestohlenen Schmuckstücke und Luxusuhren wiedergefunden. Sie sollen nach einer ersten Schätzung mehr als vier Millionen Euro wert sein. Einen Teil der Beute hatte die Polizei bereits bei der Festnahme von drei Tätern nach dem Überfall am Mittwochabend sichergestellt.

Der Rest sei in einem Beutel gewesen, den die Polizei noch am selben Abend beschlagnahmt habe, hieß es nun.

Zeuge glaubte an Terroranschlag

Der Schriftsteller Frederic Beigbeder hielt sich während des Überfalls in der Bar des Ritz auf. „Ich habe an einen Terroranschlag geglaubt“, erzählte er der Zeitung „Le Figaro“. Der Autor sagte, er habe in der Hemingway-Bar einen Cocktail getrunken, als plötzlich ein Kellner geschrien habe: „Alle raus hier!“

Dann seien drei vermummte Männer in die Bar gekommen und hätten alle Gäste aufgefordert, sich zu verstecken. „Diese Worte, die vermutlich beruhigend gemeint waren, lösten Panik aus“, so Beigbeder. Er habe mit seiner Pressesprecherin in einer Hoteltoilette Zuflucht gesucht, wo sie Gewehrsalven gehört hätten. Er habe deshalb an eine Geiselnahme wie in der Konzerthalle Bataclan im November 2015 geglaubt – bis ihnen ein Polizist versicherte, es sei vorbei.

Die vermummten und bewaffneten Diebe hatten das Hotel am Mittwochabend überfallen und mit Äxten Juwelier-Vitrinen eingeschlagen. Als sie versuchten, das Ritz mit der Beute wieder zu verlassen, standen sie jedoch wegen des Sicherheitssystems im Hotel vor verriegelten Türen. Die drei Räuber warfen deshalb die Beute durchs Fenster hinaus zu ihren beiden Komplizen, die flüchten konnten (STOL hat berichtet).

apa/afp

stol