Freitag, 14. Januar 2022

Reaktion aus Brixen: Es bräuchte Streetworker

Nach dem Bekanntwerten von Gewalttaten junger Männer in Brixen fordert der Bürgermeister Peter Brunner von den Polizeiorganen ein konsequentes Einschreiten. „Polizei und Carabinieri haben uns versprochen, dass für die Täter nach Abschluss der Ermittlungen Konsequenzen folgen“, sagt er. Zudem appelliert er an Jugendliche, Eltern oder Augenzeugen, Vorfälle sofort zu melden.

Einige gewaltbereite Jugendliche verbreiten in Brixen und Umgebung Angst und Schrecken: Die Behörden sind informiert, die Gemeindeverantwortlichen alarmiert.
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Einige gewaltbereite Jugendliche verbreiten in Brixen und Umgebung Angst und Schrecken: Die Behörden sind informiert, die Gemeindeverantwortlichen alarmiert. - Foto: © shutterstock
Er habe mit den Ordnungskräften vereinbart, dass sie allen Hinweisen und Meldungen von Gewalttaten aus der Bevölkerung nachgehen – auch jenen ohne Hinterlegung des Namens der Meldenden, sagt Brunner. „Gewalt kann nicht das Ziel sein, aber nur, wenn die Polizeiorgane sofort und direkt davon erfahren, können sie agieren“, betont Brunner.

STOL hatte in den vergangenen Tagen von mehreren Übergriffen berichtet, die von jungen Männern aus Brixen und Umgebung begangen werden: Am Freitag war als jüngster Fall eine Attacke auf einen Busfahrer an die Öffentlichkeit gelangt, dem ein junger Mann die Nase gebrochen hatte.

Jugendliche Zeugen und Opfer müssten sich nicht vor Rache fürchten, da der Polizei oft eine Meldung ohne Namenshinterlegung genüge, sagt der Bürgermeister. „Polizei und Carabinieri müssen aber schnell wissen, was los ist“, sagt Brunner. Auch sei ihm zugesagt worden, dass die Ordnungskräfte an kritischen Punkten präsent seien. „Mit dem Ausbau unseres Videoüberwachungssystems hoffen wir, eine bessere Qualität der Aufnahmen zu erhalten und Täter leichter zu identifizieren.“

Jugendarbeiter: „Kinder wollen nicht mehr allein heim gehen“

In der Jugendarbeit setzt die Gemeinde mit dem Jugendzentrum Kassianeum auf Prävention und arbeitet daran, Streetworker einzusetzen. Laut Patrick Faller, einem pädagogischen Mitarbeiter des Juze, ist das Auftreten gewaltbereiter Jugendlicher in Brixen nicht neu. Ihm hätten Jugendliche bereits öfters berichtet, dass sie sich abends fürchten, durch die Stadt zu gehen, da die Straßen und Gassen gegen 20, oder 21 Uhr wie ausgestorben seien. Gewisse Zonen wie der Eisackdamm oder der Busbahnhof werden ganz gemieden.

„Es soll jüngst auch zu Zwischenfällen in Milland gekommen sein. Kinder wollen nicht mehr allein heim gehen“, berichtet Faller und fordert die bezirksübergreifende Einstellung von 2 bis 3 Streetworkern. „Streetworker haben einen anderen Zugang zu Jugendlichen mit Problemen und können sie nachts auf der Straße treffen“, sagte Faller. In Bozen, im Burggrafenamt und im Vinschgau arbeiten erfolgreich Streetworker, im Eisack- und Wipptal gibt es noch keine.

mpi/stol