Wie Staatsanwältin Alessia De Gregorio gestern im Merkantilgebäude in Bozen anmerkte, habe Südtirol 2025 für den Tourismus um 257,9 Prozent mehr Geld ausgegeben als im Jahr 2024, während in den Bereich Sozialpolitik und Familie um 42,72 Prozent weniger Mittel geflossen seien. <BR /><BR />Relativiert werden die prozentuellen Werte jedoch durch die effektiven Summen. „Es gab kein Minus: In den Gesundheitsbereich sind knapp zwei Milliarden Euro geflossen, in den Bildungsbereich eine Milliarde, in den Bereich Familie und Soziales rund 800 Mio. Euro, und wir stellen von Jahr zu Jahr mehr bereit“, betonte Landeshauptmann Arno Kompatscher. Dass die Ausgaben für den Bereich Familie und Soziales im Jahr 2024 höher waren, liege an außerordentlichen Investitionen in die Seniorenheime. Zum Vergleich: In den Tourismus seien 2025 zwölf Mio. Euro geflossen – allein acht Mio. Euro für das einmalige Ereignis Olympia. <BR /><BR />In seiner Eigenschaft als Präsident der Region verteidigte Kompatscher, dass die Anzahl der Verwaltungsratsmitglieder der A22 die in staatlichen Normen vorgesehenen fünf übersteige. Die A22 sei keine vom Staat errichtete Autobahn, und es mache Sinn, dass alle Gebiete, die die Brennerautobahn durchquere, auch im Verwaltungsrat vertreten seien. <BR /><BR />Auch brach er eine Lanze für die Erhöhung der Bezüge für Kommunalpolitiker. „Diese müssen immer mehr Verantwortung tragen, in einigen Gemeinden tut man sich schon schwer, überhaupt Bürgermeisterkandidaten zu finden. Die Amtsentschädigungen waren anzupassen.“ Es stimme – auch die Personalkosten des Landes seien gestiegen. Doch es sei notwendig gewesen, aufgrund der Inflation der schwindenden Kaufkraft der Mitarbeiter Rechnung zu tragen. Die öffentliche Hand sei kaum konkurrenzfähig gegenüber der Privatwirtschaft, es bestehe das Risiko, „dass wir künftig noch weniger Mitarbeiter haben“. <BR /><BR /> Kompatscher unterstrich die gute Zusammenarbeit mit dem Rechnungshof: „Qualität und Effizient können immer verbessert werden – zum Wohl von Bürgern und Betrieben“. Ins selbe Horn blies der stellvertretende Trentiner Landeshauptmann Achille Spinelli. Die Anmerkungen des Rechnungshofs seien „ein Ansporn zur Verbesserung der Arbeit der öffentlichen Verwaltung“.