Wegen der zunehmenden Unsicherheit der Arbeitsverhältnisse in Italien drohe die Gefahr, dass die jüngeren Generationen und immer mehr Frauen keinen Zugang zum Rentensystem haben könnten. Diese mit der zunehmenden Flexibilität des Arbeitsmarkts zusammenhängende Entwicklung werde sich in den nächsten Jahren negativ auf die INPS-Bilanz auswirken, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Rechnungshofes.Die Fürsorgeanstalt wurde aufgerufen, die Auswirkungen der jüngsten Reformen im Bereich Arbeitsmarkt und Pensionen auf ihre Kassen genau unter die Lupe zu nehmen. Der Rechnungshof in Rom hat das Nationale Fürsorgeinstitut dazu aufgefordert, umgehend Maßnahmen einzuleiten, um seine größten Pensionsfonds zu sanieren und die kleineren Fonds zu rationalisieren.Schon aus den Bilanzen 2011 sei ein Defizitwachstum bemerkbar, das in den nächsten Jahren weiterhin zunehmen könnte. Wichtig sei, private Fürsorgesysteme verstärkt zu fördern.Die INPS ist auch von der Rezession in Italien schwer belastet. Allein im Oktober wurden 103 Millionen Stunden Kurzarbeit ausgezahlt, das sind 20,6 Prozent mehr als im Vergleichsmonat 2011.In den ersten zehn Monaten dieses Jahres wurde ein zehnprozentiges Wachstum bei der Zahl der bezahlten Kurzarbeitsstunden gemeldet, berichtete INPS-Präsident Antonio Mastrapasqua. Auf Kurzarbeit wurden vor allem Arbeitnehmer in der Industrie, sowie in der Baubranche gesetzt. In den ersten drei Quartalen 2012 trafen bei der INPS insgesamt 974.094 Anträge auf Arbeitslosenunterstützung ein, das sind 2,1 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2011.Die Regierung Monti beschäftigt sich intensiv mit dem Problem der sogenannten „Esodati“, jener Arbeitskräfte, die ihren Job meist wegen betrieblicher Schwierigkeiten aufgegeben haben und für die Zeit bis zur Pensionierung über keine Absicherung mehr verfügen. Das Kabinett sei in der Lage, finanzielle Unterstützung für 140.000 „Esodati“ aufzutreiben, das sind 10.000 mehr als bisher angekündigt, berichtete Arbeitsministerin Elsa Fornero. „Meine Hauptsorge ist, dass niemand zwischen 2013 und 2014 ohne Arbeit und ohne Pension auskommen muss, betonte die Ministerin.mit