Mittwoch, 06. Juli 2016

Rechnungshof verurteilt 2 Chefs des Sanitätsbetriebs

Zwei Führungskräfte des Gesundheitsbezirks Bozen sind vom Rechnungshof in Rom verurteilt worden. Sie müssen Gelder im hohen fünfstelligen Bereich zurückerstatten.

Foto: Südtiroler Sanitätsbetrieb
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Foto: Südtiroler Sanitätsbetrieb

Das Urteil gegen Dr. Umberto Tait, seines Zeichens Direktor des Gesundheitsbezirks Bozen, und gegen Dr.in Sabrina Balduzzi, Leiterin der Personalabteilung, fiel bereits Mitte Juni, wurde allerdings erst jetzt bekannt. Am 17. Juni verurteilte der Rechnungshof in Rom Tait und Balduzzi zur Zahlung von insgesamt 60.507, 95 Euro. Damit bestätigte das Gericht jenes Urteil, das der Bozner Rechnungshof bereits im Herbst 2013 gefällt hatte.

Zum Fall

Tait und Balduzzi wird die Einstellung des bereits pensionierten Enio Frusca im Jahr 2009 zur Last gelegt. Laut Gesetz dürfen Beamte in den ersten fünf Jahren nach ihrer vorzeitigen Pensionierung nicht mit Berateraufträgen betraut werden.

Doch genau das soll im Fall von Enio Frusca passiert sein. Zwar war Frusca nicht direkt, sondern über eine Zeitarbeitsagentur angestellt worden, an der vermeintlichen Gesetzesverletzung änderte das allerdings nichts: Nach der Verurteilung vor dem Bozner Rechnungshof im Jahr 2013, bestätigte nun auch der römische Rechnungshof Tait und Balduzzi den Schuldspruch.

Die Summe von über 60.000 Euro, die die beiden Chefs jetzt an den Gesundheitsbezirk Bozen zurückerstatten müssen, soll Tait zu 70 Prozent übernehmen. Auf Balduzzi entfallen die restlichen 30 Prozent. Dazu kommen Zinsen und Kosten der beiden Verfahren.

Schael: „Vollstes Vertrauen“

Der Generaldirektor der Südtiroler Sanitätsbetriebs, Thomas Schael, meldete sich in einer Pressemitteilung am Mittwochabend zur Verurteilung zu Wort: Er habe „volles Vertrauen in die Arbeit der beiden Führungskräfte“, betonte er.

stol

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