Laut der EVZ ist der von „italia-programmi“ beauftragte Rechtsanwalt über hundert Jahre alt ist – Geburtsjahr 1906 – und bereits seit 20 Jahren tot. „Dieser verstorbene Rechtsanwalt soll nun also die zweite Rate des Abo-Vertrages, den der Verbraucher anscheinend abgeschlossen haben soll, eintreiben. In besagter Zahlungsaufforderung, die mittels E-Mail – wie es scheint direkt aus dem Sarg – verschickt wird, fordert der Anwalt nicht nur zur Zahlung der zweiten Rate auf, sondern auch zur Begleichung der durch seinen Einsatz entstandenen Kosten“, erklären die Verbraucherschützer.Die Homepage habe unteredessen wie ein Chamäleon ihr Erscheinungsbild geändert. „Estesa Ltd. hat nicht lediglich die Domain der Homepage 'italia-programmi' von 'italia-programmi.net' auf 'italia-programmi.org' erweitert, sondern hat auch seinen Rechtssitz von den Seychellen nach Zypern verlagert.“ Von der durch die italienische Wettbewerbsbehörde verhängten Strafe lasse man sich offensichtlich nicht im geringsten einschüchtern.Sogar das Bankkonto, auf das in den letzten Monaten viele eingeschüchterte Verbraucher die geforderte Summe eingezahlt hätten, sei geändert worden. "Italia-programmi" sei selbst wieder aktiv und sende Zahlungsaufforderungen direkt an jene Verbraucher, die bereits bezahlt hatten. „Aber diese Mahnungen beziehen sich nicht, wie vermutbar, auf die zweite Rate des mit ‚italia-programmi‘ abgeschlossenen Abonnements, denn darum kümmert sich ja der verstorbene Rechtsanwalt. Die Aufforderungen beziehen sich auf einen scheinbar neuen Vertrag über zwei Jahre, den der Verbraucher abgeschlossen habe, um die Dienste von italia-programmi.org in Anspruch nehmen zu können“, so das Europäischen Verbraucherzentrum.Das EVZ rät all jenen Verbrauchern, die über Post oder mittels E-Mail Zahlungsaufforderungen von „italia-programmi“ oder aber vom verstorbenen Rechtsanwalt erhalten, „diese auf keinen Fall zu zahlen“. Die Erfahrung zeige, dass auch nach erfolgter Zahlung die Mahnungen weiterhin gesendet würden, in der Hoffnung, dass die angewandte „Terrorstrategie“ weiterhin Früchte trage.