Der bestehende Recyclinghof im Gewerbegebiet von Kaltern hat seine besten Jahre lange hinter sich. Die Anlage entspricht nur mehr bedingt den heutigen Anforderungen und muss in den kommenden Jahren grundlegend modernisiert werden. Dies wurde der Gemeinde auch von den zuständigen Landesämtern so mitgeteilt.<BR /><BR />Derzeit betreibt die Gemeinde den Recyclinghof auf Grundlage einer bis zum 31. März 2029 gültigen Ermächtigung. Um die von der Landesregierung genehmigten technischen Richtlinien einzuhalten, hatte die Gemeinde bereits im Jahr 2024 einen Zeitplan für die Anpassung der Anlage vorgelegt. Dieser sieht den Beginn der Bauarbeiten Anfang 2028 vor.<BR /><BR />Sollte dieser Zeitplan nicht eingehalten werden, könnten laut Land Konsequenzen drohen. In diesem Fall müsste der weitere Betrieb des Recyclinghofes neu bewertet werden. Denkbar wären Einschränkungen bei den angenommenen Abfallarten oder sogar die vorübergehende Aussetzung einzelner Tätigkeiten, bis die notwendigen Anpassungen umgesetzt sind.<BR /><BR />Auf der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde nun eine neue Machbarkeitsstudie für den neuen Recyclinghof vorgestellt, nachdem eine solche vor Monaten nicht zur Zufriedenheit der Verwaltung ausgefallen war. Diesmal präsentierte der beauftragte Techniker ein durchdachtes Konzept, das fraktionsübergreifend auf Anerkennung stieß. Herzstück des Projekts ist eine großzügige Auffahrrampe. Bürgerinnen und Bürger sollen künftig mit ihren Fahrzeugen auf eine erhöhte Ebene fahren und die verschiedenen Wertstoffe direkt in die darunterliegenden Container entladen können. Dadurch würden die Abläufe vereinfacht und die Sicherheit erhöht. Vorgesehen ist außerdem eine klare Trennung zwischen Recyclinghof und Gemeindebauhof. Ergänzend werden eine automatische Zutrittskontrolle sowie längere Öffnungszeiten geprüft.<BR /><BR />Ein Problem ist für die Gemeinde allerdings der mögliche Zeitrahmen. Bürgermeister Christoph Pillon räumte ein, dass realistischerweise wohl erst 2030 mit einem Baubeginn gerechnet werden könne. Damit würde die Gemeinde deutlich hinter den ursprünglich vorgesehenen Fristen zurückbleiben. Seit Wochen wird deshalb intensiv nach einem geeigneten Ausweichstandort gesucht. Dieser wäre nicht nur für die Bauphase erforderlich, sondern könnte auch dann wichtig werden, falls das Land vor Fertigstellung der neuen Anlage zusätzliche Auflagen verhängen sollte.<BR /><BR />Noch steht Kaltern also vor einer anspruchsvollen Aufgabe: Während das Konzept für den neuen Recyclinghof weitgehend überzeugt, bleibt offen, ob die Gemeinde die Vorgaben des Landes rechtzeitig erfüllen kann. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob der Weg zu einer modernen Entsorgungsstruktur ohne Einschränkungen für die Bevölkerung gelingt.