Die Entscheidung des Sanitätsbetriebs, den Zugang für die Allgemeinmediziner zu IKIS zu sperren, basiere auf einer klaren Anweisung der Datenschutzbehörde, erklärt Michael Mayr, Direktor des Gesundheitsressorts. <BR /><BR />Wie berichtet, solle anstelle des IKIS die elektronische Gesundheitsakte EGA genutzt werden. Dagegen wehren sich die Hausärzte im Osten und Norden des Landes. Eine „Schließung des IKIS zum jetzigen Zeitpunkt und mit EGA im derzeitigen Zustand“ sei ein „Rückschritt, der nicht zu rechtfertigen und für uns auch nicht akzeptabel oder nachvollziehbar ist“, erklärt Dr. Astrid Marsoner, die Pusterer Vertreterin der Hausärztegewerkschaft SNAMI. Man erwarte sich, von Politik und Verwaltung angehört zu werden und „gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten“. Andernfalls werden Protestmaßnahmen angekündigt. <h3> „Gemeinsame Lösung“ finden</h3>Einen Vermittlungsversuch unternimmt nun Regierungskommissär Vito Cusumano. Ein Schlichtungstermin Anfang August verlief ergebnislos, weil ihm die Hausärztegewerkschaft fernblieb. Der Termin sei zu kurzfristig angesetzt worden und außerdem in die Kernarbeitszeit der Hausärzte gelegt worden, heißt es von SNAMI-Seite. <BR /><BR />„Sollte es zu einem weiteren Treffen kommen, werden wir als Ressort sowie der Sanitätsbetrieb selbstverständlich wieder teilnehmen“, erklärt Ressortdirektor Michael Mayr auf Anfrage. Ziel eines solchen Treffens sei es, „eine gemeinsame Lösung zu finden“. Ob dies gelinge, hänge davon ab, wie kooperativ beide Seiten seien. <BR /><BR />Mayr erklärt, dass man die Abschaltung bereits mehrfach verschoben habe, um den Ärztinnen und Ärzten entgegenzukommen. Es sei dem Assessorat wichtig, den Informationsfluss für die Ärzte sicherzustellen, weshalb es ein Treffen in der Bezirksdirektion Bruneck gegeben habe, an dem aber nur wenige Hausärzte teilgenommen hätten. <h3> „Nicht alle auf niedriges Niveau herunterbrechen“</h3>Mayr betont auch, dass Hausärzte im restlichen Land nie Zugang zu Krankenhausakten hatten, „und dennoch ihre Patientinnen und Patienten gut versorgen konnten“. Das zeige, „dass die organisatorischen Voraussetzungen für eine gute Versorgung bereits vorhanden sind“ und durch die EGA noch erweitert würden. Deshalb erscheine ihm eine Protestaktion unangemessen. <BR /><BR />Von Hausärzte-Seite heißt es dazu, dass es nicht Ziel sein sollte, „alle auf ein niedrigeres Niveau herunterzubrechen“, sondern vielmehr Verbesserungen für alle anzustreben. Außerdem werde ständig von Entbürokratisierung geredet, tatsächlich gehe es aber kontinuierlich in die Gegenrichtung. <BR /><BR />Ob und wann ein neuer Gesprächstermin stattfindet, steht noch nicht fest.