<BR />Sommerpause im August ausgenommen, tagt der Regionalrat ein Mal im Monat und zwar für einen Tag. Bei einem Grundsalär von 11.500 Euro brutto für einfache Abgeordnete ohne Zusatzfunktion könnte man dies in Kauf nehmen, doch dem ist nicht so. Nur vier Mandatare, nämlich Peter Brunner, Franz Locher, Sepp Noggler und Harald Stauder, waren bei keiner Sitzung abwesend. Zwei freilich fast schon von Amts wegen, denn Noggler ist Vizepräsident des Regionalrats, Locher Regionalassessor. <BR /><BR />„Die einzigen, die immer anwesend waren, sind von der SVP“, sagt SVP-Sprecher Stauder. Zusätzlich fehlten die Landesräte Messner und Amhof nur jeweils einen halben Tag. „Die größte Fraktion hat somit auch die fleißigsten Abgeordneten. Ein klares Zeichen, dass wir den Wählerauftrag ernst nehmen“, so Stauder. Je mehr Abgeordnete eine Fraktion aufweise, desto schwieriger sei es, die Truppe bei der Stange zu halten.<BR /><BR />Ganz anders sehen dies Renate Holzeisen und Thomas Widmann. Mit 13,33 Abwesenheiten war Holzeisen bei fast 61 Prozent der Sitzungen abwesend. „Bewusst und aus Protest, denn der Regionalrat ist eine Zumutung für die Abgeordneten und den Steuerzahler“, so Holzeisen. „Außer über das Salär der Mandatare“ werde über nichts Relevantes diskutiert. Die wenigen Kompetenzen der Region seien endlich auf die beiden Länder zu übertragen. „Die meiste Zeit sind die Sitzungen unterbrochen. Wenn man sieht, was da abgeht, ist es schon fast eine Schande“, meint Widmann. Lieber als in Trient Zeit zu vergeuden, lasse er sich Geld für Abwesenheit abziehen. Dass Abwesenheit mit Abzügen geahndet werde, die sie für ihren Protest gern in Kauf nimmt, betont auch Holzeisen. Freilich hält sich der Schmerz in Grenzen: Abgezogen werden 60 Euro pro Vormittag bzw. Nachmittag und auf jeden Fall maximal 180 Euro pro Tag.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1269696_image" /></div> <BR /><BR />Dritter im Bund der Mandatare mit vielen Abwesenheiten ist Sven Knoll. Er fehlte bei sieben Sitzungen, also 31,82 Prozent. Er, so Knoll, sei zwar für die Abschaffung der Region. „Trotzdem steht hinter meinen Abwesenheiten keinerlei politischer Grund. Ich nehme meine Arbeit im Regionalrat genauso ernst wie jene im Landtag“, so Knoll. <BR /><BR />Bleibt zu sagen, dass die Anwesenheit bei Sitzungen natürlich nicht die gesamte Arbeit eines Abgeordneten ausmacht, aber eben wohl dazu gehören sollte. Seitens der Mehrheit fehlte Landesrat Philipp Achammer bei 5,66 Sitzungen (25,76 Prozent): aus institutionellen Gründen wie Terminen in Rom, Krankheit oder wegen der Adoption seiner kleinen Tochter. Auf Rang zwei und drei folgen Landesrat Marco Galateo (5,5 Abwesenheiten, 25 Prozent) und Landesrätin Ulli Mair (4,5 Abwesenheiten, 20,45 Prozent).<BR /><BR />Nur jeweils ein Mal fehlten auf den Bänken der Mehrheit Landeshauptmann Arno Kompatscher, der zugleich Präsident der Regionalregierung ist, Landesrat Luis Walcher und Landesrat Christian Bianchi. Auch der Grüne Zeno Oberkofler sowie Alex und Franz Ploner vom Team K bleiben dem Plenum nur ein Mal fern. Deutlich mehr Sitzleder als ihr Frontmann Sven Knoll bewiesen die übrigen Abgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit: Hannes Rabensteiner und Bernhard Zimmerhofer kommen auf je eine Absenz, Myriam Atz auf 1,33.