Donnerstag, 24. November 2016

„Reichsbürger“ hatte Chat-Kontakt zu Polizisten

Der sogenannte Reichsbürger von Georgensgmünd hat vor den tödlichen Schüssen auf ein Sondereinsatzkommando der Polizei per Handy-Chat Kontakt zu zwei Polizisten gepflegt. Die beiden Beamten aus Mittelfranken – ein 49 Jahre alter Oberkommissar und ein 50 Jahre alter Hauptkommissar – wurden mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert.

Vor diesem Haus in Georgensgmünd hatte ein 49-jähriger Angehöriger der Reichsbürger-Bewegung bei einer Razzia Mitte Oktober einen Polizisten erschossen und 3 weitere zum Teil schwer verletzt.
Vor diesem Haus in Georgensgmünd hatte ein 49-jähriger Angehöriger der Reichsbürger-Bewegung bei einer Razzia Mitte Oktober einen Polizisten erschossen und 3 weitere zum Teil schwer verletzt. - Foto: © APA/AFP

Die Wohnungen und Diensträume der beiden Polizisten wurden am Mittwoch durchsucht und Computer und Handys sichergestellt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.

Nach derzeitigen Erkenntnissen gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass der „Reichsbürger“ vor dem Einsatz des Spezialeinsatzkommandos gewarnt worden ist, sagte Oberstaatsanwalt Alfred Huber. Der 49-jährige Beamte soll im August allerdings nachgesehen haben, ob der „Reichsbürger“ im Computersystem der Polizei erfasst ist. Das Ergebnis habe er später mitgeteilt. Gegen den Beamten wird nun wegen des Verdachts des Verrats von Dienstgeheimnissen ermittelt. Der 50-jährige Beamte gilt derzeit nur als Zeuge.

Der 49 Jahre alte selbsternannte „Reichsbürger“ hat den Ermittlungen zufolge Mitte Oktober in Georgensgmünd bei Nürnberg auf Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos geschossen und dabei einen 32-jährigen Beamten tödlich verletzt. „Reichsbürger“ erkennen die Bundesrepublik nicht an. Sie behaupten, das Deutsche Reich bestehe bis heute fort.

dpa

stol