Laut Augenzeugen sei der Autokorso im Kreis gefahren: Rennweg, Goethe-, Alpini- und Freiheitsstraße.<BR /><BR />„Wir, meine Lebensgefährtin und ich, kamen gegen 22.30 Uhr aus dem Kino in der Ariston-Galerie und wollten über den Rennweg nach Hause. Zunächst hörten wir nur lautes, andauerndes Hupen und durchdrehende Reifen. Der Rennweg war auf zwei Spuren voller Autos – Richtung Vinschger Tor rechts zugeparkt und die anderen Autos standen auf der Fahrspur. Teilweise so weit auf der Busfahrspur, dass es für einen entgegenkommenden Bus kein Weiterkommen mehr gab. Der Rennweg war total blockiert“, schildert ein Meraner die Situation. Zudem seien eine Menge Leute mitten auf der Straße unterwegs gewesen. <BR /><BR />„Wir sahen zwar Autos mit albanischen Flaggen auf den Motorhauben, den Autodächern oder einfach nur Menschen, die die Flagge schwenkten, aber wir konnten uns keinen Reim darauf machen. Wir hatten ein mulmiges Gefühl, den Rennweg zu überqueren, weil wir Angst hatten, dass irgendwo ein Auto plötzlich Gas gibt. Wir sahen einen Streifenwagen der Stadtpolizei, der im Aufgang zu den Lauben geparkt war. Diese haben geschaut, dass wir über den Zebrastreifen kamen“, so der Meraner. <BR /><BR />Auch eine Lananerin war gegen 22.30 Uhr aus dem Kino gekommen. „Da war ein Mordsauflauf und Gehupe. Lauter schwarze, große Autos mit roten Fahnen auf dem Dach. Die hatten sich wohl abgesprochen, um durch die Stadt zu rauschen. Leute haben auch die Landesnotrufnummer angerufen, weil der Rennweg blockiert war. Wir sind Richtung Theaterplatz, dort war kein Streifenwagen. Ich bin über die Freiheitsstraße Richtung Alpini-Straße und dort sind diese Autos mit 80, 90 Stundenkilometern Richtung Theaterplatz gefahren; in der Alpini-Straße, einer Einbahnstraße, sind sie zickzack gefahren. Das war sehr befremdlich. Das ist doch nicht das Meran, das wir wollen. So ein Verhalten ist inakzeptabel und das darf man nicht durchgehen lassen“, sagt die Lananerin. Sie sei weder politisch rechts, noch wolle sie Fremdenhass schüren. „Die Albaner sollen feiern, aber sie müssen die Feier anmelden und sich einen Platz suchen“, sagt die Frau.<BR /><BR />Die Meraner Stadtpolizei war wie die Staatspolizei und Carabinieri mit je einem Streifenwagen vor Ort. Das Drunter und Drüber habe von 22 Uhr bis Mitternacht gedauert, sagt Alessandro De Paoli, Kommandant der Stadtpolizei. „Aber sechs Leute können einem Auto-Korso mit über 50 Autos nicht Herr werden. Wir haben jedenfalls die Kennzeichen erfasst. Zwei Fahrern wurde sofort eine Strafe ausgestellt, 20 weitere bekommen den Strafbescheid zugestellt. Wir waren im Übrigen die Einzigen, die Strafen ausgestellt haben. Wir haben mit zwei sehr fähigen Beamten unser Möglichstes getan“, sagt De Paoli. Schließlich habe man niemanden mehr auf den Rennweg einfahren lassen. „Dieses Verhalten war weder den Sicherheitsbeamten noch der Straßenverkehrsordnung und den Meraner Bürgern gegenüber respektvoll. Zudem wurde der öffentliche Busdienst im Rennweg unterbrochen. Das ist eine Straftat“, betont De Paoli.