<b>von Hildegard Kröss</b><BR /><BR />Es ist ein Bergbauernhof auf 1500 Höhenmeter – der Wieserhof in Reinswald, schön gelegen zwischen Wiesen und Wäldern. Die Familie Stofner lebt aber mit einer Bedrohung, die sich unaufhaltsam nähert: Seit Jahren ist das Gelände rund um den Hof in Bewegung, Risse tun sich auf, und der Hang rutscht jährlich bis zu 12 Zentimeter ab. Eine Verlegung der Hofstelle scheint die einzige Lösung zu sein. <BR /><BR />Die Stalltür klemmt, Fenster schließen nicht mehr richtig und überall auf dem Stallboden und bei der Stallmauer haben sich kleinere und größere Risse aufgetan. Unübersehbare Zeichen der Hangrutschung sind auch im angrenzenden Feld zu sehen. „Der Weg neben dem Haus sinkt jährlich ab und muss immer wieder neu aufgeschüttet werden und mehrere 15 bis 20 Zentimeter breite Risse haben sich auf der Wiese aufgetan“, erklärt Bäuerin Rosa Stofner.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1098348_image" /></div> <BR />Sie ist seit vielen Jahren Witwe und lebt mit ihrem Lebensgefährten und ihren 2 Töchtern auf dem Wieserhof. Der älteste Sohn Andreas ist bereits ausgezogen, unterstützt die Familie aber weiterhin bei der Arbeit. Die Familie bewirtschaftet den Hof und betreibt neben der Landwirtschaft auch Urlaub auf dem Bauernhof. Doch die gefährliche Hangbewegung bedroht zunehmend die Existenz des Hofes.<BR /><BR />Vizebürgermeister Josef Mair ist schon seit mehreren Jahren dahinter. „Der Hang rund um die Hofstelle rutscht jährlich 8 bis 12 Zentimeter jährlich ab“, sagt er. Hauptursache sei Wasser, das sich über einer Lehmschicht in 16 Metern Tiefe sammle und den Hang durchtränke.<BR /><BR /><b>Die Maßnahmen zur Entwässerung greifen nicht</b><BR /><BR />In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Rutschung zu stoppen: Geologische Messungen wurden durchgeführt, Drainagen verlegt und Eisenplatten in den Hang versenkt. Außerdem wurden 3 Pfähle für Messungen gesetzt, von denen 2 aber bereits abgebrochen sind. Auch ein Speicherbecken wurde oberhalb des Hofes angelegt. Es sollte das Wasser sammeln, um es dann in den Bach einzuleiten. „Das Oberflächenwasser versickert unkontrolliert im Boden und obwohl Gemeinde und Amt für Zivilschutz bereits alles Machbare unternommen haben, bringen die Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg“, sagt Sohn Andreas.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1098351_image" /></div> <BR />Seit 2015 hat sich die Lage noch verschärft. Damals führte der nahe am Hof vorbeifließende Durrbach Hochwasser und unterhöhlte das Bachbett. „So rutscht der Hang im steilen Gelände immer weiter ab“, sagt Sepp Mair. Eine weiterführende Verbauung des Durrbachs sei bereits für das nächste Jahr vorgesehen. „Diese Hangrutschung stellt nicht nur für den Wieserhof eine Bedrohung dar, sondern auch für einen darunterliegenden Hof und könnte sich auch weiter nach unten bis ins Tal verlagern“, gibt Mair zu bedenken. Auch für Andreas Stofner ist die Verbauung des Durrbaches die dringlichste Maßnahme.<h3> Verlegung des Hofes als letzte Möglichkeit</h3>Seit fast 10 Jahre wurde alles getan, um die Hangrutschung aufzuhalten. „Jetzt kommt nur mehr eine Verlegung der Hofstelle in Frage“, betont Mair. Die Gemeindeverwaltung sei im Gespräch mit dem Amt für Zivilschutz und Wildbachverbauung und habe bereits 400.000 Euro für die Sicherung der Hofstelle ausgegeben. <BR /><BR />„Auch der Landesgeologe Volkmar Mair, der die Situation regelmäßig überwacht, sieht eine Verlegung als einzige Möglichkeit, die Hofstelle dauerhaft zu sichern“, sagt Vizebürgermeister Mair.Das fällt den Hofbesitzern schwer. „Unser Haus ist keine 30 Jahre alt, aber mit dem Gefühl zu leben, dass wir von einem Tag auf den anderen zusammenpacken und gehen müssen, ist schon beunruhigend“, sagt die Bäuerin Rosa Stofner.<BR /><BR />Auf eigenem Grund und Boden findet sich kein geeigneter Platz zum Bauen, und so muss nach einem anderen Standort gesucht werden. Die Gemeinde hat bereits beim Lande vorgesprochen, um eine Sonderfinanzierung hierfür zu bekommen. „Ohne Hilfe geht es nicht, denn eine Verlegung verursacht sehr hohe Kosten, die alleine nicht zu stemmen sind“, sagt Andreas Stofner.