„Wir haben mit unserer Freundesgruppe einen schönen Tag verbracht und ausgelassen gefeiert. Erst als plötzlich die Musik stoppte und die Durchsage kam, man solle auf sein Getränk aufpassen, weil K.O.-Tropfen die Runde machen könnten, bekamen wir ein mulmiges Gefühl“, berichtet eine Augenzeugin gegenüber s+. Nur kurze Zeit darauf musste das Event abgebrochen werden. <BR /><BR />Die TSW-Party begann am Samstag um 10 Uhr bei der Hütte Sunnolm. Eine Bühne war auf dem Platz vor der Hütte aufgebaut, dort legten über den Tag verteilt mehrere DJs ihre Musik auf. Schon bald sollte der Platz mit hunderten Feiernden in Vintage-Kleidung gut gefüllt sein.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1144557_image" /></div> <BR /><BR />„Wir sind gegen Mittag von der Talstation zu Fuß zur Sunnolm aufgestiegen und haben uns unter das Party-Volk gemischt. Am Eingang des Areals gab es zwar eine Absperrung und Sicherheitspersonal, die Kontrollen liefen allerdings sehr lasch ab. Wir haben viele – auch sehr junge – Jugendliche gesehen, die ihren eigenen Alkohol mitgebracht haben“, berichtet eine Studentin, die gemeinsam mit einer Gruppe von Freunden die Party besucht hat. <BR /><BR />Trübes Nebelwetter und kühle Temperaturen taten der Feierlaune keinen Abbruch. „Die Stimmung war den ganzen Tag über ausgelassen. Es wurde getanzt und gelacht, wir waren entspannt und haben uns sicher gefühlt, aber es ist auch viel Alkohol geflossen – je länger die Feier dauerte, desto öfter traf man auf Jugendliche, die nicht mehr ganz trittfest unterwegs waren“, berichtet die Augenzeugin. <h3> Durchsage: „Passt auf eure Getränke auf“</h3>Gegen 16 Uhr begann die Situation dann zu eskalieren: Zahlreichen Feiernden ging es plötzlich schlecht, einige verloren das Bewusstsein. „Wir kamen nicht mehr nach; zu viele teils bewusstlose Personen brauchten Hilfe; so wurde die gesamte Bergrettung alarmiert“, berichtet Karl Nussbaumer, der Leiter der Rettungsstelle Sarntal. <BR /><BR />„Die Musik stoppte und aus den Lautsprechen ertönte die Durchsage, dass es einigen Personen plötzlich sehr schlecht gehe und man vermute, dass K.O.-Tropfen die Runde machen würden. Man solle genau auf sein Getränk achten. Wir hatten bis dahin nichts davon mitbekommen, dass Besucher ohnmächtig geworden waren oder sich verletzt hatten. Nach der Durchsage beschlich uns aber doch ein mulmiges Gefühl“, so die Augenzeugin. <BR /><BR />Zunächst hieß es, es würden vorerst keine Getränke mehr ausgeschenkt und die Musik werde leiser gedreht. Um 17 Uhr schließlich musste die Party dann doch eine Stunde früher als geplant abgebrochen werden. „Die DJs wollten das Event noch mit einem letzten Song abschließen. Dazu kam es aber nicht mehr. Wir sind daraufhin ins Tal abgestiegen“, so die Augenzeugin. <BR /><BR />An der Talstation war in der Zwischenzeit ein Großaufgebot an Helfern im Einsatz, Behandlungszelte waren aufgebaut. Das Weiße Kreuz Sarntal und Bozen, der Zivilschutz und der Rettungshubschrauber Aiut Alpin Dolomites mit dem Notarzt, der mit den Sanitätern die Patienten erstversorgte. 8 mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Sie wurden im Laufe des Sonntags allesamt wieder entlassen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1144560_image" /></div> <BR /><BR />„Die Situation war ziemlich chaotisch. Viele Betrunkene, Einsatzkräfte, Besucher, die nach einem Bus Ausschau hielten. Wir waren glücklicherweise mit einem Privatauto unterwegs – ansonsten hätte es sicher lange gedauert, bis wir eine Mitfahrtgelegenheit gefunden hätten. Auf der Heimfahrt war uns klar, dass der Tag für einige Feiernde nicht so positiv verlaufen ist, wie für mich und meine Freunde. Schade, dass einige über die Stränge geschlagen haben, für uns und die meisten anderen Besucher war es trotzdem ein toller Tag, der leider mit einem bitteren Beigeschmack zu Ende gegangen ist“, so die Augenzeugin abschließend. <h3>Bürgermeister: „Bedauere den Vorfall“</h3>Bürgermeister Christian Reichsigl bedauerte gegenüber der „Dolomiten“ den Vorfall. „Die Veranstaltung war aus meiner Sicht gut organisiert mit ausreichend Sicherheitsleuten vor Ort, Bergrettung und Weißes Kreuz standen in Bereitschaft und Minderjährige wurden mit einem eigenen Band gekennzeichnet“, sagt Reichsigl. Es sei schwierig, im Vorfeld die Besucherzahl abzuschätzen, und es komme leider auch immer wieder vor, dass Jugendliche selbst Alkohol dabei hätten, betont der Bürgermeister. <BR /><BR />Die Reinswalder Bergbahnen-Gesellschaft betont, dass nicht sie die Party veranstaltet hatte. „Unsere Mitarbeiter waren am Samstag bis 22 Uhr im Dauereinsatz, um den Einsatzkräften vor Ort bestmöglichst Hilfe zu leisten“, heißt es in einer Aussendung.<h3> Carabinieri: „Keine K.O.-Tropfen im Spiel“</h3>Ob bei der Party tatsächlich noch andere Substanzen als Alkohol im Spiel gewesen sind und für Unwohlsein unter den Feiernden gesorgt hatten, war Gegenstand der Ermittlungen der Carabinieri. <BR /><BR />Diese haben inzwischen gegenüber s+ bestätigt, „dass man weder Hinweise auf K.O.-Tropfen, noch auf andere Drogen gefunden habe“.