Demnach soll Andrea Sempio Chiaras Haus in Garlasco kurz nach 9.45 Uhr betreten haben. Dabei habe er ausgenutzt, dass Chiara kurz zuvor die Alarmanlage deaktiviert hatte, um die Katzen hinauszulassen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1310721_image" /></div> <BR /><BR />Die Gewalt habe vor dem Sofa begonnen: mit einer Ohrfeige, auf die eine immer brutalere Gewaltspirale folgte, die sich in mehreren Phasen abgespielt haben soll. Als mögliches Indiz gelten drei Blutstropfen, die damals gesichert wurden und fast zwei Jahrzehnte lang unbeachtet geblieben waren.<h3> Jagd durch das Haus</h3>Chiara habe versucht zu fliehen und die Haustür zu erreichen, sei jedoch eingeholt worden. Dort soll sie erstmals mit einem sogenannten Schwalbenschwanz-Hammer – einem Werkzeug, der dem ähnelt, der damals aus dem Haus der Familie Poggi verschwunden war, attackiert worden sein. Die Tatwaffe ist bis heute verschwunden.<BR /><BR />Der Täter habe Chiara anschließend gepackt und in Richtung Kellertreppe geschleift. Laut den Ermittlern versuchte das Opfer noch, sich am Telefonschrank festzuklammern, wurde jedoch erneut attackiert.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1310628_image" /></div> <BR /> Entlang der Kellertreppe habe der Täter mehrfach mit dem Hammer zugeschlagen. Chiara blieb auf der Treppe tödlich verletzt liegen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1310631_image" /></div> <BR />Im Unterschied zur Rekonstruktion, die einst zur Verurteilung von Alberto Stasi führte, geht die neue These davon aus, dass der Täter einige Stufen hinabstieg und dabei die Handabdrücke „97F“ und „33“ hinterließ. Diese sollen entstanden sein, als er sich an der Wand abstützte und auf sein Opfer blickte.<BR /><h3> Hier die Rekonstruktion des Mordes an Chiara Poggi der Staatsanwaltschaft von Pavia dargestellt in einer interaktiven Grafik.</h3> <div class="embed-box"><div class="container-wrapper-genially" style="position: relative; min-height: 400px; max-width: 100%;"><img src="https://img.genial.ly/5fd380c29270490f70f47a03/f30fb79b-ab39-43a4-b16e-6acb3b0565c8.jpeg" class="loader-genially" style="position: absolute; top: 0; right: 0; bottom: 0; left: 0; margin-top: auto; margin-right: auto; margin-bottom: auto; margin-left: auto; z-index: 1;width: 80px; height: 80px;"/><div id="69fde9ff777212adb59fac72" class="genially-embed" style="margin: 0px auto; position: relative; height: auto; width: 100%;"></div></div><script>(function (d) { var js, id = "genially-embed-js", ref = d.getElementsByTagName("script")[0]; if (d.getElementById(id)) { return; } js = d.createElement("script"); js.id = id; js.async = true; js.src = "https://view.genially.com/static/embed/embed.js"; ref.parentNode.insertBefore(js, ref); }(document));</script></div> <BR /><h3> Die Spuren nach der Tat und die Flucht</h3>Die neuen technischen Gutachten liefern zudem weitere Details über das Verhalten des mutmaßlichen Täters nach dem Verbrechen. Demnach soll sich der Mörder im Badezimmer im Spiegel betrachtet haben. Dort seien Fußabdrücke festgestellt worden, die mit einer Schuhgröße 42 bis 43 kompatibel seien. Anschließend habe er sich am Waschbecken in der Küche gewaschen – ein Aspekt, der laut den neuen Ermittlungen damals nie umfassend untersucht worden sei.<BR /><BR />Auch die Flucht wird nun anders rekonstruiert: Nicht über die Hauptstraße, sondern über einen hinter der Villa verlaufenden Kanal und abgelegene Nebenwege soll der Täter das Haus der Großmutter erreicht haben, ohne gesehen zu werden.<BR /><BR />Andrea Sempio hat stets jede Beteiligung an dem Verbrechen bestritten. Er erklärte mehrfach, Chiara Poggi lediglich flüchtig gekannt zu haben – als Freund ihres Bruders. Dennoch bleibt er in diesem neuen, aufsehenerregenden Kapitel des Falls der einzige Verdächtige.