„Jetzt wird es wirklich kritisch“, sagt der Taistner Viehbauer Viktor Peintner. Vor allem in den tieferen Lagen sei die gute Qualität des Futters schon dahin. „Das Heu ist vollgesaugt mit Wasser und hat kaum mehr gute Inhaltsstoffe“, erklärt der Bauer. Die Kuh fresse es natürlich trotzdem, allerdings gibt sie dann weniger Milch. „Das kann man mit nichts mehr auffangen. Ein gutes Grundfutter ist durch nichts zu ersetzen“, sagt Peintner. Dazu komme, dass der starke Regen das hohe Gras auf den Boden drücke, wo es in der Staunässe zu faulen beginne. <BR /><BR />Was es jetzt brauche, seien dringend mehrere sonnige Tage hintereinander. Doch wirklich in Sicht sind diese nicht, zumindest nicht bis zur Wochenmitte.<h3> Gefährliches Arbeiten auf den aufgeweichten Böden</h3>Und dann könnte es auf den Wiesen und Feldern durchaus gefährlich werden, gibt Manfred Vallazza, Bezirksobmann des Bauernbundes, zu bedenken. „Die Böden sind voller Wasser, wenn beim nächsten sonnigen Wetter die Bauern mit ihren Maschinen reinfahren, können sie in steilen Hängen leicht ins Rutschen kommen“, warnt er. Der Bezirksobmann bestätigt, dass das Heu in tieferen Lagen bereits stark an Qualität eingebüßt habe. Das Wetter in den nächsten ein bis 2 Wochen entscheide laut Vallazza darüber, ob der Ernteausfall für manche Bauern so groß wird, dass man um Ausgleichszahlungen vom Land ansuchen müsse. Dies war vor 10 Jahren der Fall, als den Bauern nach einem total verregneten Sommer der Ernteausfall mit in Summe knapp 3 Millionen Euro vergütet wurde. <h3> Bruneck: Mai so nass wie noch nie</h3>Während sich der Dauerregen bei den Bauern langsam auf den Geldbeutel niederschlägt, geht er den meisten anderen einfach nur auf die Nerven: Das bisherige Jahr war so niederschlagsreich wie selten ein Jahr zuvor. Laut dem Meteorologen des Landes, Dieter Peterlin, hat es in Bruneck heuer über 300 Liter pro Quadratmeter Regen gegeben, in Toblach waren es über 370 Liter pro Quadratmeter. „Damit hat es im Pustertal um 70 bis 80 Prozent mehr geregnet als im langjährigen Durchschnitt“, erklärt Peterlin. In Bruneck gibt es sogar einen Allzeitrekord: In der Rienzstadt war noch kein Mai seit Messbeginn so nass wie heuer, sagt der Meteorologe. <BR /><BR />Nicht ungewöhnlich waren hingegen die Temperaturen im Pustertal: Während beispielsweise in Bozen der Mai unterdurchschnittlich kühl war, lagen die Temperaturen im Pustertal „ziemlich genau im langjährigen Durchschnitt“, so der Meteorologe.