Kalie McCrystal hatte sich in Cervinia im Aostatal im Nordwesten Italiens, direkt an der Grenze zur Schweiz, auf ihr großes Ziel vorbereitet: den Aufstieg über den anspruchsvollen Liongrat und den anschließenden Abstieg in Rekordzeit. Doch aus dem sportlichen Vorhaben wurde ein dramatischer Rettungseinsatz. <BR /><BR />Die letzte bekannte Spur der Kanadierin stammt vom 1. September. Ein Foto zeigt sie oberhalb der Capanna Carrel auf knapp 4000 Metern Höhe. McCrystal trägt darauf nur eine kurze Hose, eine leichte Jacke und einen Trailrunning-Rucksack - bei Bedingungen, die in dieser Höhe schnell gefährlich werden können. <BR /><BR />Die Rettungskräfte suchten das Gebiet am Donnerstag mehrfach aus der Luft ab. Auch eine RECCO-Antenne kam zum Einsatz. Zudem versuchten die Einsatzkräfte, das Mobiltelefon der Vermissten zu orten. Die Suche blieb jedoch erfolglos. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1355634_image" /></div> <BR /><BR />Erschwert wird sie durch die Kleidung der Vermissten. „Sie war weiß gekleidet“, erklärten die Rettungskräfte. Auf dem hellen, teils verschneiten und felsigen Gelände sei sie deshalb besonders schwer auszumachen. <BR /><BR />An der Suche beteiligten sich der Bergrettungsdienst des Aostatals und die Finanzpolizei von Cervinia. Vorerst wurden die Suchmaßnahmen eingestellt.<BR /><BR />Wie ernst McCrystal ihr Vorhaben nahm, hatte sie bereits Wochen zuvor in sozialen Medien deutlich gemacht. Am 7. August schrieb sie, sie sei nach Cervinia gekommen, um sich auf ihr „großes Ziel der Saison“ <BR />vorzubereiten: das Matterhorn über den Liongrat zu besteigen und in weniger als fünf Stunden wieder abzusteigen. Viel Zeit habe ihr dabei nicht zur Verfügung gestanden. Die Bedingungen am Berg mussten sich verbessern, gleichzeitig musste sich ihr an Meereshöhe gewöhnter Körper an die extreme Höhe anpassen. Trotz der Schwierigkeiten gab sich McCrystal damals kämpferisch. <BR /><BR />„Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben und werde noch nicht aufgeben“, schrieb sie. Und fügte hinzu: „Wenn ihr für mich die Daumen drücken wollt, wäre das großartig.“ Nun hoffen die Einsatzkräfte, dass sich doch noch eine Spur der Kanadierin finden lässt.