Mittwoch, 22. April 2020

Religionsführer beten gemeinsam in Jerusalem

Vertreter verschiedener Religionen haben am Mittwoch in Jerusalem wegen der weltweiten Coronakrise zusammen gebetet.

Vertreter verschiedener Weltreligionen haben in dieser Krise in Jerusalem zusammen gebetet.
Vertreter verschiedener Weltreligionen haben in dieser Krise in Jerusalem zusammen gebetet. - Foto: © shutterstock
Die beiden israelischen Chefrabbiner, der griechisch-orthodoxe Patriarch Theophilos III., der lateinische Patriarch Pierbattista Pizzaballa, 2 muslimische Vertreter und der spirituelle Führer der Drusen, Scheich Mowafak Tarif, sprachen dabei ein eigens dafür geschriebenes Gebet.
Das war in einer Live-Übertragung im Netz zu sehen. Es wurde auf Hebräisch und Englisch gebetet.

„Angesichts des zunehmenden Antisemitismus und Rassismus in verschiedenen Teilen der Welt kommen religiöse Führer aller Religionen in Israel zu einem vereinten Gebet zusammen“, hatte es zuvor in einer Mitteilung geheißen.

Ab 15 .00 Uhr mitteleuropäischer Zeit trafen sich die jüdischen, christlichen, muslimischen und drusischen Vertreter zu dem gemeinsamen Gebet im Jerusalemer King-David-Hotel. „Diese neue schlimme Realität hat die gesamte Menschheit betroffen, unabhängig von Religion Geschlecht oder Rasse. Aus echtem Glauben an die Solidarität fordern wir jetzt alle Bürger der Welt auf, sich zusammenzuschließen und gemeinsam für Gesundheit und Einheit zu beten“, so die Mitteilung.

Die Drusen haben sich Anfang des 11. Jahrhunderts vom Islam abgespalten und siedeln heute vor allem in Syrien, Israel, Jordanien und im Libanon. Ihre religiösen Bräuche und Gebote sind weitgehend geheim. Die Drusen verhalten sich loyal zu den Staaten, in denen sie leben, und dienen auch in Israel in der Armee.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 mittlerweile bei 14.326 Menschen in Israel nachgewiesen worden, 4.961 sind wieder genesen. 187 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Coronavirus-Infektion gestorben.

apa/dpa/kpa

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