Der Vorfall ereignete sich am 27. Juni 2021 auf dem sogenannten „Friedensweg“ (Sentiero della Pace) in der Nähe der Malga Campo Posellaro auf dem Monte Verena in der Provinz Vicenza. Der Rentner war zusammen mit drei Freunden unterwegs, als die Gruppe vor einem elektrischen Viehzaun stand. Nachdem sie Rücksprache mit einem Hirten gehalten hatten, der die Lage der Herde überprüfte und den Durchgang öffnete, setzten die vier ihren Weg fort.<BR /><BR />Wenig später trafen die Wanderer jedoch auf eine Kuhherde. In diesem Moment löste sich eine Kuh aus der Herde und ging auf den 70-Jährigen los. Der Mann wurde laut der italienischen Tageszeitung „Alto Adige“ zu Boden geschleudert und schaffte es nicht mehr aufzustehen. Die restlichen Tiere der Herde umringten den Mann und trampelten ebenfalls auf ihn ein. Erst durch das Eingreifen seiner Begleiter – sie schlugen ihre Trekkingstöcke aneinander und schrien laut – zog die Herde schließlich weiter.<h3> Rentner trägt bleibende Invalidität davon</h3>Die Folgen für das Opfer waren gravierend: Der Rentner erlitt schwere Verletzungen an Brust und Rücken, mehrere Rippenbrüche sowie eine schwere Läsion der Wirbelsäule. Der vom Gericht bestellte Gutachter stellte eine bleibende Invalidität von 22 Prozent fest.<BR /><BR />Im Laufe des Verfahrens hatten die Betreiber der Alm argumentiert, dass die Wanderer sowohl den Elektrozaun als auch die Warnschilder ignoriert hätten. Das Gericht überzeugte diese Darstellung jedoch nicht. Der Richter gab der Seite des Rentners recht: Da der Hirte den Durchgang geöffnet und Entwarnung gegeben hatte, durften die Wanderer davon ausgehen, dass der Weg sicher war.<BR /><BR />Das Gericht wandte den Grundsatz an, wonach der Tierhalter für die durch seine Tiere verursachten Schäden haftet. Die Almbetreiber wurden zur Zahlung von 113.700 Euro plus Übernahme der Prozesskosten verurteilt.<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/kuhattacke-im-antholzer-tal-drei-verletzte" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Wie berichtet</a>, war es Ende Juni auch im Antholzer Tal zu einer Kuhattacke gekommen. Eine Wandergruppe, die auf dem Weg zum Antholzer See war, wurde von einer Pustertaler Sprinze angegriffen. Dabei wurden drei Personen verletzt, eine von ihnen schwer.