Der zündende Funke sei ein Artikel im „Spiegel“ gewesen, erzählt Florian Mayr, Maler und Partime-Berufsschullehrer. Daraufhin habe er ein paar „gschickte“ Leute zusammengesucht und im Februar 2015 war das erste offizielle Repair Cafè im Meraner Ostwestclub in der Passeirergasse geboren. <BR /><BR />„Immer am letzten Montag im Monat von 19 bis 22 Uhr – bis auf die Covid-Zeit – waren und sind wir aktiv und das so lange es uns gefällt“, sagt Mayr. Handwerklich talentierte Menschen mit denen zusammenbringen, die defekte Dinge gerne reparieren möchten. Alles unentgeltlich, höchstens für eine Spende. „Wir wollten auch nie Beiträge. Da sind wir ganz anarchisch unterwegs.“<BR /><BR />So wurden von den mittlerweile 2 Radelflickern, 3 Elektrotechnikern, 3 Schneiderinnen, 2 Messerschleifern, 2 Tischlern, einer Software-Spezialistin sowie 2 Koordinatoren in 2200 ehrenamtlichen Stunden rund 1200 defekte Elektrogeräte repariert, 900 Messer und Scheren geschliffen, 2500 Räder repariert, 200 Kleidungsstücke ausgebessert und rund 120 Möbel oder Holzgegenstände repariert. „Etwas, was wir nicht wollen, ist anderen die Arbeit wegnehmen. Denn es ist nicht so, dass jemand Sachen einfach abgeben kann, um sie repariert zurückzubekommen, sondern es wird miteinander repariert, damit der andere lernt, wie er beim Rad einen ,Potsch‘ flickt oder wie Mann einen Knopf wieder annäht. Mittlerweile sind wir so gut vernetzt, dass wir den Leuten sagen können, welcher Handwerker welche Arbeit macht. Wir wissen, zu wem wir Leute weiterschicken können.“<BR /><BR />Der Grundgedanke sei nicht nur, dass weniger weggeworfen werde, sondern dass Menschen zusammenfinden. „Das ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Insofern könnte Meran 3, 4 weitere Repair Cafès vertragen“, sagt er. Und Florian Mayr war nicht nur Pionier, indem er das erste Repair Cafè Südtirols auf die Beine stellte, er gab sein Know How auch andernorts weiter. So gibt es Repair Cafès in der BASIS Vinschgau, in Eppan im Jump, eines leitet die OEW in Brixen „und im Pustertal gibt es auch einige“, sagt Mayr. Mittlerweile arbeite man auch mit dem „Fablab“ der Uni Bozen zusammen, das Ersatzteile mit dem 3D-Drucker produziert. Neu ist seit Kurzem die Hilfe bei Softwarefragen und SPID-Zugang. Ein Dank Mayrs geht auch an die Firma Schweitzer, die Werkzeug sponserte. Gestern Abend wurde im neuen Ostwestclub-Sitz in der Schießstandstraße das Jubiläum gefeiert.