Mittwoch, 05. Oktober 2016

Restless Legs: Wenn Stillstehen zur Qual wird

Endlich Feierabend, endlich gemütlich auf der Couch oder hundemüde im Bett: Doch an Ruhe ist nicht zu denken. Die Beine wollen nicht. Sie scheinen rastlos, beginnen zu zucken, auch zu schmerzen, so lange, bis der Betroffene aufsteht. Jeder Zehnte ist vom „Restless Legs Syndrom“, der häufigsten neurologischen Schlafstörung, betroffen. Am morgigen Donnerstag trifft sich in Bozen erstmals eine Selbsthilfegruppe.

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Foto: © shutterstock

Claudia ist 55, sie wohnt in Klobenstein. Seit gut anderthalb Jahren leidet sie unter dem Drang, ihre Beine bewegen zu müssen. „Ich kann es gar nicht beschreiben, es sind auch Schmerzen da, aber nicht vorrangig“, erzählt sie im "Dolomiten"-Interview.

Bewegungsdrang ist auch jener Begriff, mit dem RLS, wie die Krankheit abgekürzt heißt, von medizinischer Seite am häufigsten beschrieben wird. Die Betroffenen leiden unter unangenehmen und quälenden Missempfindungen, die einseitig, beidseitig oder abwechselnd auf der einen oder anderen Seite bestehen können. Meist in den Beinen und Füßen, seltener in den Armen.

Das extrem unangenehme Gefühl, wie Reißen, Ziehen, Kribbeln und krampfartige Schmerzen, aber auch alles zusammen, tritt typischerweise nur in Ruhe auf und raubt den Betroffenen im wahrsten Sinne des Wortes den Schlaf. Denn unter Bewegung klingen die Beschwerden sehr schnell ab. „Ich bin mitten in der Nacht durch den Garten spaziert, weil ich es im Bett nicht mehr ausgehalten habe“, erzählt Claudia.

Die Folge sind Tagesmüdigkeit, Leistungsabfall, Unkonzentriertheit, mangelnde Belastbarkeit, Nervosität, Gereiztheit, aber auch depressive Verstimmungen.

Jetzt möchte Claudia eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit „Restless Legs Syndrom“ gründen. „Ziel ist es, dass wir Betroffenen unsere Erfahrungen austauschen können, um gemeinsam ein besseres Bild von der Krankheit zu bekommen und uns gegenseitig zu helfen“, sagt die Klobensteinerin. „Manche sagen, ihnen hilft duschen, andere reiben sich die Beine mit Arnika ein. Das weiß ich aus Büchern, aber vielleicht hat der ein oder andere Betroffene einen guten Tipp für den anderen.“

Das erste Treffen der Selbsthilfegruppe findet am morgigen Donnerstag um 18.30 Uhr in Bozen statt. Betroffene können sich bei der Dienststelle für Selbsthilfegruppen unter der Rufnummer 0471/31 24 24 oder über E-Mail [email protected] melden. 

wib

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In der Mittwoch-Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten" lesen Sie ein weiterführendes Interview mit Claudia.

stol