Mittwoch, 13. Dezember 2017

Rettung naht! Die Spezialisten mit dem Amphibienfahrzeug

Was tun, wenn nach Überschwemmungen die Rettungsbegebenheiten kritisch, der Boden verwüstet, verschlammt oder teils gefroren ist? Man entsendet eine Spezialmannschaft mit einem speziellen Luftkissenfahrzeug. So geschehen nach dem verheerenden Hochwasser in der Emilia Romagna, als um Hilfe aus Südtirol angefragt wurde. Vier Männer der Wasserrettung Bruneck machten sich im Gebiet an die Personen- und Tierrettung.

Seit Mittwochvormittag sind die 4 Südtiroler im Einsatz.
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Seit Mittwochvormittag sind die 4 Südtiroler im Einsatz.

Die vier Männer des Landesverbandes für Wasserrettung Südtirol sind in einer Fraktion der Gemeinde Brescello in der Emilia Romagna im Einsatz, berichtet Bevölkerungsschutz-Agenturdirektor Rudolf Pollinger.

Stets im Vordergrund nach solchen Ereignissen: die Personenrettung. Rund 1000 Menschen mussten in der Gemeinde Lentigione in Sicherheit gebracht werden. Videoaufnahmen der Feuerwehr zeigten, dass viele Häuser unter Wasser standen, nachdem der Fluss Enza über die Ufer getreten war (STOL hat berichtet). 

"Wir wurden am 12. um Hilfe gebeten, ein Amphibienfahrzeug war gefragt - und über das verfügt in Südtirol nur die Brunecker Wasserrettung", erklärt Karl Niedermair, Präsident der Südtiroler Wasserrettung. Gefragt. Gesagt. Getan.

Bei ungewissem Untergrund

Am Mittwochvormittag trat die vierköpfige Brunecker Spezialmannschaft vor Ort an. Mit im Gepäck: das Luftkissenfahrzeug (Hovercraft), ein aufblasbares Wildwasser-Kanu, verschiedenes Einsatzmaterial und die persönliche Schutzausrüstung für die freiwilligen Helfer.

Das Luftkissenfahrzeug der Südtiroler Wasserrettung wird zu Wasser gelassen. - Foto: lpa

"Durch einen massiven Dammbruch war eine große Fläche überschwemmt worden. Das Amphibienfahrzeug wird immer dann eingesetzt, wenn die Untergrundbeschaffenheit unklar ist. Man weiß ja nicht, wie viel da Platz unterm Boot ist. Oder wenn Schlamm, Matsch, Eis zum Problem für gewöhnliche Boote werden kann", erklärt Niedermair. 
Um das spezielle Fahrzeug zu steuern braucht es einen eigenen Piloten mit der entsprechenden Ausbildung. 

Mit dem Hovercraft auf Hunderettung

Am Mittwoch standen die Südtiroler im Einsatz. "Auch eine Hundefarm musste evakuiert werden", so Niedermair. Mittlerweile scheint die Personenrettung abgeschlossen. "Es könnte sein, dass sie Fachmänner in kritische Gebiete, zu Stromverteiler oder bei Gasaustritten bringen müssen", berichtet Niedermair. Das Geschehen wird von Bozen aus über das Lagezentrum verfolgt; die Einsatzkoordination vor Ort hat die Gemeindeleitstelle (Centro Operativo Comunale) Brescello über.

Für Donnerstag steht die Rückkehr der Brunecker Spezialisten an. Dann wird Fahrzeug und Ausrüstung für den nächsten Einsatz vorbereitet. "Das letzte Mal im Einsatz war das Amphibienfahrzeug im Jänner bei einer Personensuche auf der Ahr", so Niedermair. Eben immer dann, wenn es neben kritisch auch noch speziell wird. 

stol/lpa/ker

stol