Freitag, 31. August 2018

Rettungshubschrauber holt Betrunkenen vom Berg

Was für eine Aussicht: Berggipfel, Almwiesen und Erbrochenes. Ein seltenes Farb-Zusammenspiel. Wegen eines besonderen Höhenrausches musste ein Südtiroler Rettungshubschrauber kürzlich zum Einsatz abheben. Die Mission: einen Bergbsuff bergen.

Ist Alkohol am Berg in Südtirol ein Problem?
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Ist Alkohol am Berg in Südtirol ein Problem? - Foto: © shutterstock

Auch 3 Wochen nach dem Einsatz ist einer der Flugretter noch verwundert. „Muss ein Rettungshubschrauber in der Nacht ausrücken, um einen sturzbetrunkenen 16-Jährigen vom Berg zu holen?“, fragt er sich. „Gute Nacht“, falls das zum Alltag werden sollte, meint der Mann, der seit Jahren in der Flugrettung aktiv ist. Was war geschehen?

Eine Gruppe Südtiroler Bergsteiger genießt nach der anstrengenden Gipfeltour Hüttenstimmung, Aussicht und Weißbier. Der Tag ist schön, der Durst ist groß. Einige Stunden nach der Einkehr will die Gruppe ins Tal zurückwanken – mit dabei ein Jugendlicher, der einige Promille intus hat. Ob auf der Hütte oder privat getankt, weiß man nicht. Es dauert nicht lange, und der junge Mann kommt nicht weiter, er übergibt sich und bleibt liegen.

Ein Wanderer beobachtet die bierige Gemeinschaft, geht zur nächsten Hütte und setzt den Notruf ab. Gegen 22.15 Uhr erreicht der Rettungshubschrauber die Gruppe, setzt im Schwebeflug Notarzt und Retter ab, holt den jungen Mann an Bord und fliegt ihn ins Krankenhaus. Nachdem er sich im Heli nochmals übergeben hat, geht es ihm besser. Nach ein paar Kontrollen darf er nach Hause. Bleibt die Frage: Alkohol am Berg, ist das in Südtirol ein Problem?

„Wenn ich daran denke, wie manche auf den Hütten feiern, passiert eigentlich wenig“, meint Felix Karbon vom Bergrettungsdienst Seis am Schlern. Es sei aber selten, dass die Bergretter wegen eines Betrunkenen ausrücken müssten.

Auch ein Passeirer Bergretter bestätigt: „Einen solchen Einsatz hatten wir noch nicht.“ Der Vorfall habe aber unter Bergrettern die Runde gemacht und sei diskutiert worden. „Das kann's doch nicht sein“, sagt der Bergretter. Man müsse abwarten, ob es künftig solche Einsätze öfter gebe.

D/aw

stol