Freitag, 19. Oktober 2018

Rettungskräfte in Meran: Aus Übung wird Ernstfall

Am Freitag hat in Fragsburg bei Meran die halbjährliche Pflichtfortbildung für die Flugretter Südtirols in Meran stattgefunden. Aus der Übung wurde jedoch bald der Ernstfall.

Foto: Berg- und Höhlenrettung Meran
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Foto: Berg- und Höhlenrettung Meran

Dabei werden Ernstfälle simuliert und die Rettung von Verunfallten mittels Hubschrauber intensiv geprobt. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Berg- und Höhlenrettung Meran und den Rettungshubschraubern zu trainieren und zu stärken.

Dabei werden mehrere Szenarien durchgespielt, darunter eine Annäherung an einen Hilfebedürftigen mittels Hovering (Schwebeflug kurz oberhalb des Bodens), eine Bergung mit Winde und eine Fixtau-Bergung.

Gegen Mittag wurde aus der Übung ein Ernstfall: Die Bergrettung Meran wurde zusammen mit dem Rettungshubschrauber Pelikan 1 zu einem Einsatz gerufen. Es galt, einen Wanderer zu retten, der auf dem Meraner Höhenweg in der Tausendstufenschlucht mit kardiologischen Problemen zu kämpfen hatte. Da der Bergretter und der Rettungshubschrauber bereits in Fragsburg waren, konnte man direkt mit voller Besatzung zum Verunfallten eilen.

In Naturns angekommen, wurde der Notarzt zusammen mit einem Bergretter zum Patienten mittels Winde abgelassen. Nach der Erstversorgung vor Ort galt es, den Transport zu organisieren. Dies gestaltete sich aber aufgrund des stark bewachsenen Geländes und des schlechten Zustandes des Patienten schwierig.

Man entschied sich, den Arzt mitsamt des Patienten per Winde an Bord des Hubschraubers zu holen und den Bergretter zurückzulassen. Dieser stieg zusammen mit den Begleitern nach Naturns ab. Dort wurde er von einem Einsatzfahrzeug, das sich ebenfalls auf den Weg machte, aufgelesen und zurück nach Meran gebracht.

Ungefähr eine Stunde nach dem ersten Einsatz gab es erneut Alarm für Bergrettung und Helikopter. Diesmal war ein Wanderer mehrere Meter vom Weg abgestürzt. Die Informationen zum Unfallort waren jedoch nicht eindeutig, was einen kurzen Suchflug zur Folge hatte. Der Verunfallte wurde auf dem Meraner Höhenweg zwischen Talbauer und Longfall in dicht bewaldetem Gebiet entdeckt.

Auch hier wurde ein Bergretter samt Notarzt mittels Winde auf eine Lichtung abgelassen. Von dort aus konnte man nun zum Patienten eilen, diesen sichern und versorgen. Nach der Erstversorgung wurde der 71-jährige Wanderer aus Deutschland zurück zum Weg gesichert, um dann auf der nahen Lichtung in den Hubschrauber gezogen zu werden. Die Begleitpersonen wurden vom zurückgebliebenen Bergretter nach Tirol gebracht.

Beide Einsätze konnten gegen 15.30 Uhr beendet werden.

stol

stol