Donnerstag, 01. Oktober 2015

Rettungsversuche bisher ohne Erfolg

Weil zwei deutsche Kletterer am Preußturm auf den Drei Zinnen in Bergnot geraten waren, musste die Bergrettung Hochpustertal am Mittwochabend ausrücken. Der Einsatz gestaltet sich als äußerst schwierig - und ist immer noch im Gange.

Foto: EPA
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Es war gegen 19.45 Uhr, als die beiden Kletterer am Preuss-Riss auf den Drei Zinnen kurz vor dem Ausstieg den Notruf absetzten.

"Da es finster war, konnte an eine Hubschrauberbergung nicht mehr gedacht werden, und dass der Aufstieg kein leichtes Unterfangen wird, war von vorneherein klar", schreibt die Bergrettung Hochpustertal in einer Aussendung.

Sie rückten umgehend mit 13 Mann aus, unterstützt von einer weiteren Mannschaft der Bergrettung Auronzo. Die Feuerwehren von Toblach und Welsberg rückten ebenfalls an, um mit Suchscheinwerfern die Aufstiegsroute auszuleuchten.

Am Paternsattel angekommen, musste das Vorhaben jedoch gestoppt werden: Temperaturen um Minus 10 Grad Celsius und leichter Schneefall hatten den Fels bereits mit Wassereis überzogen. Somit war ein Aufstieg über die Kletterroute nicht mehr möglich.

Da der 4. Armee-Korps in Bozen einen Hubschrauber besitzt, der für Nachteinsätze geeignet ist, wurde dieser sofort angefordert. Während des Anflug zog im Gipfelbereich jedoch Nebel auf. Nach mehrmaligen Versuchen musste der Militärhubschrauber abdrehen und nach Toblach in die Militärbasis fliegen.

Hubschrauber haben am Vormittag zwei Versuche unternommen - erfolglos

Die ganze Nacht hat eine Gruppe der Bergrettung am Einsatzort auf Wetterbesserung gewartet, doch die Lage besserte sich den ganzen Vormittag nicht.

Den in Bergnot Geratenen ginge es den Umständen entsprechend gut: "Wir haben laufend telefonisch mit den beiden Kontakt. Sie leiden zwar unter den niedrigen Temperaturen, aber ansonsten scheint ihnen nichts zu fehlen - außer warmer Kleidung", berichtet ein Sprecher der Bergrettung. 

Am Vormittag hatten sich zwei Rettungshubschrauber in Stellung gebracht, darauf wartend, dass sich der dichte Nebel endlich lichtet. Zwei Mal wurde der Versuch unternommen, zu den Kletterern zu fliegen, bis Mittag war es jedoch nicht möglich, nahe genug zur Stelle zu gelangen.

Auch die Gruppe Bergretter, die die Nacht am Wandfuß verbracht haben, kommen nicht voran: "Sie sind bereit, jeden Moment zu starten, aber es ist alles vereist. Ich befürchte, es wird unmöglich sein, die Kletterer zu Fuß zu retten. Selbst wenn die Männer starten könnten, bräuchten sie drei Stunden, bis sie bei den Kletterern sind. Hinzu kommt eine furchtbare Kälte, die das Klettern unmöglich macht: Man spürt die Griffe nicht", erklärt ein Sprecher der Bergrettung Hochpustertal am Vormittag im Gespräch mit STOL.

stol/liz

stol