Mittwoch, 04. November 2020

Rettungswesen: Digitales Funknetz für effiziente Kommunikation

Die Kommunikation im Rettungswesen in Südtirol wird digital und damit vereinheitlicht und schneller: Die Agentur für Bevölkerungsschutz hat mit der Verteilung der Tetrafunkgeräte begonnen.

Landesfunkdienst-Koordinator Rauch mit Walter Oberrauch (techn. Leiter Landesfeuerwehrverband), Uwe Heinz (Bezirksfeuerwehrpräsident-Stv. Unterland) und Christoph Oberhollenzer (Direktor LFV).
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Landesfunkdienst-Koordinator Rauch mit Walter Oberrauch (techn. Leiter Landesfeuerwehrverband), Uwe Heinz (Bezirksfeuerwehrpräsident-Stv. Unterland) und Christoph Oberhollenzer (Direktor LFV). - Foto: © Landesfeuerwehrverband/Osele
Die Freiwilligen Feuerwehren sind Südtirols größte Zivilschutzorganisation. Die Agentur für Bevölkerungsschutz stellt ihnen nun jeweils 2 Handfunkgeräte und eine Fixstation in der Feuerwehrhalle zur Verfügung, berichtet der Koordinator des Landesfunkdienstes in der Agentur für Bevölkerungsschutz Markus Rauch.

Am gestrigen Dienstag wurde in Zusammenarbeit mit dem Landesfeuerwehrverband in der Landesfeuerwehrschule in Vilpian mit der Verteilung der Geräte an die Freiwilligen Feuerwehren des Bezirks Unterland und mit einer Schulung begonnen, am Donnerstag folgt die nächste Hälfte dieses Bezirks, in den kommenden Monaten erhalten die weiteren Feuerwehr-Bezirke die neuen Tetrafunkgeräte.

Direkte Kommunikation, deutlich geringere Wartungskosten


Das Tetrafunknetz in Südtirol besteht mittlerweile aus 105 Basisstationen. Sobald alle Einsatzorganisationen dieses System nutzen, kann jeder Nutzer mit einem einzigen Funkgerät mit allen Rettungsorganisationen kommunizieren, erklärt der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Rudolf Pollinger.


Bis jetzt wurden verschiedene Geräte mit verschiedenen Frequenzen verwendet. Mit dem neuen System kann eine direkte Kommunikation zwischen den Einsatzkräften verschiedener Organisationen erfolgen: Feuerwehr, Sanität, Bergrettung können den Einsatz schneller und einfacher abstimmen, was besonders bei der Rettung von Menschen von grundlegender Bedeutung ist, ergänzt Bevölkerungsschutzlandesrat Arnold Schuler. Die Nutzung eines einheitlichen Tetra-Netzwerkes für alle Funkanwendungen führt zudem zu einer erheblichen Senkung der Wartungskosten.


Tetra ist ein öffentlicher Standard für digitalen Bündelfunk und weltweit die meistverwendete Technologie für Funkkommunikation im Bereich Zivilschutz und Sicherheitsbehörden. Wie jedes Mobilfunknetz ist auch ein Tetra-Netz zusammengesetzt aus Vermittlungen, Basisstationen und Servern. Die Basisstationen kommunizieren mittels Radiosignalen in der Luft mit den Tetra-Funkgeräten.

Im Gegensatz zu einem Mobilfunknetz wurde Tetra besonders für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben entwickelt. Das digitale System garantiert die landesweite Verfügbarkeit, Verlässlichkeit und Vertraulichkeit durch Verschlüsselung.


Die Sendeleistungen der Basisstationen wurden so gering als möglich gehalten. Bei Antennenmasten ab 20 Metern Höhe ist die Strahlenbelastung der Tetra-Technologie am Fuße des Masts äußerst gering und bedeutend unter dem zulässigen Grenzwert.

lpa