Dienstag, 31. Mai 2016

Rezeptblock ade: Digitale Verschreibung startet

Wer künftig verschreibungspflichtige Medikamente in der Apotheke abholen muss, bekommt vom Arzt kein rotes Rezept mehr: Ab Mittwoch werden Verschreibungen in den Gesundheitsbezirken Bruneck und Brixen nur noch digital abgewickelt, die anderen Bezirke sollen bis Ende Juni nachziehen.

Die roten Rezepte weichen künftig einer digitalen Verschreibung, der Patient erhält lediglich eine Erinnerung.
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Die roten Rezepte weichen künftig einer digitalen Verschreibung, der Patient erhält lediglich eine Erinnerung. - Foto: © STOL

In den vergangenen Monaten wurden die vertragsgebundenen Apotheken für das Projekt der elektronischen Verschreibung ausgebildet und mit dem System vernetzt. Damit beginnt die sogenannte „Dematerialisierung“, also die digitale Abwicklung der Verschreibungen.

Die elektronische Verschreibung startet zunächst intern, das heißt die Patienten erhalten ab 1. Juni im Krankenhaus oder in den Diensten des Sanitätsbetriebes für die Einlösung von Arzneimitteln kein rotes Rezept mehr, sondern lediglich ein gedrucktes Promemoria, das zum Abholen der Arzneimittel in der Apotheke berechtigt.

Das Promemoria enthält alle wichtigen Informationen zur elektronischen Arzneimittel-Verschreibung, die auch derzeit auf dem roten Rezept aufscheinen (Datum, Name des Patienten, verschreibender Arzt, Bezeichnung des Arzneimittels und evtl. Therapieplan) und hat wie bisher ein Verfallsdatum von 30 Tagen.

Dies ist eine schrittweise Übergangslösung bis zur endgültigen Ablöse der Verschreibung auf Papier. Das Projekt der elektronischen Arzneimittel-Verschreibung wurde in enger Zusammenarbeit mit Federfarma und der Apothekerkammer durchgeführt. 

Bei Spezialfällen bleibt die Verschreibung auf rotem Rezept

92 Prozent der 119 Apotheken in Südtirol sind bereits geschult und operativ. Definitiv wird nun in den Apotheken des Gesundheitsbezirkes Brixen und Bruneck auch mit dem Promemoria das nunmehr digitale Rezept eingelöst, die Ärzte dieser Gesundheitsbezirke wurden bereits mit einem Rundschreiben des Sanitätsbetriebes über die weiteren Schritte informiert.

Die Gesundheitsbezirke Meran und Bozen werden innerhalb Juni ebenfalls diese Prozedur anwenden. Nach wie vor bleibt die Verschreibung auf rotem Rezept für einige Spezialfälle erhalten (z.B. Sauerstoff). Dies gilt auch bei einem eventuellen Systemausfall.

"Die Digitalisierung des Rezepts soll sowohl bürokratische als auch finanzielle Erleichterungen mit sich bringen." - Thomas Schael, Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebs

In Südtirol gibt es insgesamt 349 Ärzte für Allgemeinmedizin und Kinderärzte freier Wahl, 28 haben sich noch nicht angemeldet. Alle anderen sind Projektpartner im Rahmen der dematerialisierten Verschreibung.

Das Projekt der digitalen Verschreibung wurde in enger Zusammenarbeit mit Ressort für Gesundheitswesen, Sanitätsbetrieb, Südtiroler Informatik AG, und den Softwarebetreibern und Dienstleistungsfirmen der Apotheken umgesetzt. 

stol/liz

stol