Beim dritten Treffen mit einer eigens eingerichteten Arbeitsgruppe legten Alperia-Vertreter am Donnerstag neue Details zu den geplanten Baumaßnahmen und zur Baulogistik vor. <BR /><BR />Die 15-köpfige Arbeitsgruppe besteht aus Bürgermeister Stefan Schwarz, Vizebürgermeister Martin Lösch, Vertretern des AVS Ulten, der Tourismusvereinigung Ultental-Proveis, des Ski- und Wandergebiets Schwemmalm und der Landwirtschaft. Beim ersten Treffen mit Alperia-Vertretern am 26. Oktober ging es um die Vorstellung des geplanten Pumpspeicherkraftwerks St. Walburg 2.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="974689_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Am 21. November gab es das zweite Treffen mit der sogenannten Dialoggruppe, am Donnerstag das dritte zu den Themen Baumaßnahmen und Baulogistik. „Es ist ein ehrlicher Dialog. Es gibt auch in der Arbeitsgruppe durchaus kritische Stimmen“, stellt Ingenieur Dieter Theiner, Verantwortlicher des Bereichs Engineering bei Alperia, fest. „Ich glaube aber, dass anerkannt wird, dass wir uns um einen Dialog bemühen. Wir sind sehr offen für Vorschläge.“<BR /><BR /> Auch die Ausgleichsmaßnahmen will Alperia gemeinsam mit der Arbeitsgruppe erarbeiten. Anfang Jänner ist ein Treffen mit den betroffenen Grundbesitzern vorgesehen. Noch in den Wintermonaten will der Energiedienstleister das Projekt den Ultnerinnen und Ultnern vorstellen.<BR />Es stehe noch ganz am Anfang, erklärt Dieter Theiner. Es sei ein langer Weg bis zu einer Genehmigung. Derzeit würden die Basisunterlagen für die Umweltverträglichkeitsprüfung ausgearbeitet.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="974692_image" /></div> <BR /><BR />Alperia hält den Bau eines Pumpspeicherkraftwerks im Zuge des Ausbaus der erneuerbaren Energien für unerlässlich. „Ein Pumpspeicherkraftwerk ist eine große ,grüne„ Batterie“, erklärt der Ingenieur. Es werde keine zusätzliche Energie produziert, sondern vorhandene Energie gespeichert. Ulten biete sich aufgrund der kurzen Distanz zwischen den beiden Stauseen, Zoggler und Arzkar, und des großen Höhenunterschieds von 1100 Meter geradezu an. <BR /><BR />Das Projekt sieht eine unterirdische Stollenverbindung der beiden Stauseen „mehrere 100 Meter im Berg“, wie Theiner betont, vor. Auch die sogenannte Maschinenkaverne für die Pumpen und Turbinen wird, wie der Name sagt, unterirdisch errichtet. Zu sehen sein werden laut Alperia nach der Fertigstellung nur die Stollenportale und die Zufahrten.<BR />Das Pumpspeicherkraftwerk soll eine Leistung von 400 Megawatt haben und an das nationale Stromnetz angeschlossen werden.<BR /><BR />Ingenieur Theiner zerstreut die Befürchtungen, dass der Pegelstand des Zoggler Stausees regelmäßig täglich starken Schwankungen unterworfen sein werde. Die saisonalen Schwankungen würden mehr oder weniger die gleichen bleiben. Die sommerlichen Absenkungen lägen bei 8 Zentimeter pro Stunde, weil der Zoggler Stausee sehr groß sei. „Vergleiche mit anderen kürzlich realisierten Pumpspeicherkraftwerken zeigen, dass meist mehrmals am Tag gepumpt und turbiniert wird“, sagt Dieter Theiner. <h3> Idee eines Badesees</h3>Da das Baden im Zoggler Stausee schon jetzt nicht ungefährlich ist, liegt der Vorschlag der Schaffung eines Badesees im südwestlichen Teil des Zoggler Stausee auf dem Tisch. Dafür könnte Ausbruchmaterial verwendet werden. Theiner betont, dass kein Material aus dem Tal gebracht werde. Es soll teils beim Bau wiederverwendet, der Rest wieder eingebaut und eben für den Badesee verwendet werden. „Wir versuchen möglichst kleine Kreisläufe sowie leise und umweltschonende Transporte per Lastenseilbahnen“. Allerdings müssten Material und Maschinen ins Tal gefahren werden, bestätigt er. <BR /><BR />Bis Anfang 2024 sollen die Umweltverträglichkeitsstudie und erste Ideen für Ausgleichsmaßnahmen erarbeitet sein. Alperia schätzt, dass bei einem positiven Abschluss des Genehmigungsverfahrens der Bau des Pumpspeicherkraftwerks 2027 beginnen könnte. Gearbeitet wird mit Tunnelbaumaschinen. Die Bauzeit wird 4 bis 5 Jahre betragen. Damit könnte Walburg 2 im Jahr 2032 ans Netz gehen.<BR /><BR />