Der Vorschlag der beiden Südtiroler gehört zu den ca. 100 Ideen, die mittlerweile bei der Landesregierung, die einen entsprechenden Wettbewerb ausgeschrieben hat, eingegangen sind. Noch bis zum 7. März können Ideen zur Entschärfung des Mussolini-Reliefs am Gebäude des Finanzamts in Bozen beim Land eingereicht werden. „In unserer Überlegung, sollte man die Nische, in der sich das Relief befindet von außen abgrenzen, und mit einem durchlässigen Material schließen. Glas stellt durch seine reflektierende und transluzente Eigenschaft das geeignetste Material dar. Es soll in eine Wechselbeziehung mit dem Relief eintreten, es an einigen Stellen überlagern, an anderen bloßgestellt lassen. Dieses Glas sollte in seinem Inneren mit einer speziellen Folie ausgestattet sein, die es ermöglicht Licht zu sammeln“, erklärt Michael Della Giustina.Das Licht mache das Relief unsichtbar. „Das italienische Wort ‚Riflettere‘ beschreibt unser Konzept: Nachdenken. Sinnbildlich dafür sollte eine transparente aufgeklärte Zeit stehen, in der das Wissen als Überlegenheit fungiert, um eine aufbrechende Diktatur frühzeitig zu erkennen und zu stoppen. Diese Metapher ist der Ausgangspunkt unserer Arbeit. Das Licht als Symbol für das Sehen und das Wissen. Dieses Spiel mit der scheinbaren Durchlässigkeit ist der Schlüssel zur Transformierung des Bozner Reliefs“, betont Matteo Carpi. Es wirke zeitgemäß und modern. Man benutze eine bestimmte Anordnung der Glasflächen, um die Räumlichkeit vor dem Relief abzuschließen. Folglich biete sich auch die Möglichkeit, den neugewonnenen Innenraum zu begehen und somit zu musealisieren. „Das Licht ist zentrales Element unserer Installation, als Kennzeichen der Sichtbarkeit unserer Handlungen in politischer und sozailar Hinsicht. Diese Intervention bestätigt den Wandel einer neuen Zeit und beabsichtigt Aufklärung und Transparenz für eine verantwortungsvolle gemeinsame Zukunft“, erklären Michael Della Giustina und Matteo Carpi abschließend.stol