<b>Von Christoph Höllrigl</b><BR /><BR />Das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat deshalb unlängst die Alpung von 6000 Rindern im kommenden Sommer im Nachbarland untersagt, wie mehrere eidgenössische Medien berichten. Ist nämlich ein Tier betroffen, muss die gesamte Herde gekeult – sprich getötet – werden. Genau das ist vergangenes Jahr in Frankreich tausendfach geschehen – begleitet von Protesten der betroffenen Bauern.<h3> Käsenation befürchtet Exportstopp für Rohmilchprodukte</h3>Was die Schweiz in dieser Sache derzeit so nervös macht, ist nicht nur die mögliche Tötung ganzer Rinderherden. Es geht vor allem auch die Furcht um vor einem drohenden Exportstopp für Rohmilchprodukte (wie manche Käsesorten) aus der betroffenen Region, etwa in die EU.<BR /><BR />Eine Verbreitung der Seuche über diese Produkte gilt zwar aus wissenschaftlicher Sicht als sehr unwahrscheinlich, eine Nullrisiko-Strategie der EU-Behörden aber als durchaus möglich. Eine Impfung, die andernorts durchwegs Erfolg gezeigt hat, halten die Behörden für alle Schweizer Rinder hingegen für unverhältnismäßig und logistisch sehr anspruchsvoll.<h3> Dr. Paolo Zambotto: In Italien restriktiv durchgegriffen</h3>Dr. Paolo Zambotto, der Direktor des landestierärztlichen Dienstes, kennt die Problematik rund um die Krankheit und verweist auf die jüngsten Fälle im vergangenen Sommer in Italien (Sardinien; siehe Kasten unten). „Durch den Handel zwischen Sardinien und dem Festland gab es auch zwei sekundäre Seuchenherde in der Lombardei. Die betroffenen Herden wurden aber umgehend vernichtet.“ In Sardinien und rund um Mantua (Provinz) habe man außerdem schnell durchgegriffen und die Tiere durchgeimpft – so wie übrigens auch in Frankreich nahe der Grenze zur Schweiz. Dr. Zambotto sieht also vor allem diese Maßnahme als besonders sinnvoll.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1288167_image" /></div> <BR />Im Hinblick auf LSD in Südtirol sagt der Direktor des landestierärztlichen Dienstes außerdem: „Wir sind zum Glück verschont geblieben.“ Er zeigt sich zudem sehr zuversichtlich, dass es dabei bleibt, „denn wenn man die Bestimmungen richtig anwendet und umsetzt, dann sind die Gefahren begrenzt“, so Dr. Zambotto. Er bezieht sich dabei vor allem auf restriktive Importvorgaben und weitreichende Kontrollen, die hierzulande sehr gut funktionierten. Und selbstverständlich seien die Viehhaltungsbetriebe in Südtirol bei Verdachtsfällen dazu verpflichtet, eine entsprechende Meldung zu machen, betont Dr. Zambotto abschließend.