Bis jetzt hatten die Gemeinden nur die Aufgabe, die Ortstaxe für die Tourismusorganisationen einzuheben, um diese dann an Kurverwaltung und IDM weiter zu überweisen – 70 Prozent an die Kurverwaltung, 30 Prozent an die IDM. Außer Arbeit und Spesen nichts gewesen, sozusagen. Seit vergangenem Dienstag hat die Landesregierung per Beschluss die Spielregeln geändert.<BR /><BR />„Hierbei gibt es 2 Herangehensweisen“, sagt Andrea Moro, Direktor des Gemeindeamtes für Steuern und Gebühren. Die Gemeinde könnte „nach Anhören der Tourismusorganisationen – im Meraner Fall der Kurverwaltung – die 10 Prozent des Grundtarifs und der Anhebung behalten. Diese Vorgangsweise könnte dann Jahr um Jahr fortgeschrieben werden“, sagt Moro.<BR /><BR />Die zweite Herangehensweise sei, mit der Kurverwaltung ein Abkommen zu schließen. „In diesem Fall bleibt der Basistarif unangetastet. Verhandelbar ist nur der Teil der Ortstaxen-Anhebung, aber in dem Fall gibt es keine Prozent-Beschränkung“, so Moro.<h3> Jedes Jahr neu verhandeln</h3>Zum besseren Verständnis: Bei der Ortstaxe gibt es 3 Kategorien: Bei Kategorie 1 (5 Sterne) sind pro Nacht 2,5 Euro Grundtarif plus Anhebung von 90 Cent, also 3,4 Euro pro Nacht und Nase, in der Kategorie 3 Sterne sind 2 Euro Grundtarif plus 80 Cent Erhöhung (2,8 Euro je Nächtigung) zu zahlen und in der Kategorie 3 1,5 Euro plus 70 Cent Erhöhung (2,2 Euro) pro Nacht und Gast zu entrichten.<BR /><BR />„Hier wäre es auch möglich, dass bei einem Abkommen der Erhöhungsbetrag angehoben wird, dessen Einnahmen dann zur Gänze an die Gemeinde ginge. Und damit beginnt ein Zahlen-Walzer“, sagt Moro. Zudem muss ein Abkommen jedes Jahr neu verhandelt werden, das sieht der Beschluss der Landesregierung vor. Und noch etwas Wichtiges fügt Moro hinzu: „Das Geld aus der Ortstaxe muss die Gemeinde für tourismusrelevante Dienstleistungen und Infrastrukturen sowie zur Deckung der Einhebungskosten einsetzen.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-67400284_quote" /><BR /><BR />Finanzstadtrat Nero Zaccaria, der immer schon einen Anteil an der Ortstaxe für die Gemeinde gefordert hatte, will nicht mit den Grobgenagelten bei der Kurverwaltung vorbeischauen. „Wir haben bis jetzt sehr gut zusammengearbeitet, deshalb werden wir uns zusammensetzen und ein Abkommen ausarbeiten. Für mich ist ein Betrag von 250.000 Euro ein erster Schritt. Denn damit signalisieren wir allen Meranern, dass vom Tourismus auch für sie etwas abfällt. Damit kann man auch Tourismus-Kritikern Wind aus den Segeln nehmen“, sagt Zaccaria.<BR /><BR />Seine anfängliche Idee wäre: Die Ortstaxe um weitere 50 Cent anheben, die dann zur Gänze an die Gemeinde gingen. „Denn damit blieben wir immer noch weit unter dem Limit von 5 Euro Kurtaxe pro Nacht. Und ich glaube kaum, dass deswegen ein Gast weniger in Meran nächtigt“, sagt Zaccaria. Auf 250.000 Euro verzichten wolle er keinesfalls. „Sonst müssen wir die Konvention der Gemeinde mit der Kurverwaltung ändern, die eine Finanzierung von 550.000 Euro vorsieht“, sagt Zaccaria. Es sei jedenfalls Eile geboten, denn bevor die Gemeinde gegen Ende Dezember den Haushalt 2025 schnürt, muss das Abkommen unter Dach und Dach sein. „Der Beschluss des Landes sagt innerhalb 2024. Wir müssen dringend ein Treffen mit der Kurverwaltung anberaumen“, so Zaccaria.