Rund ein Prozent der Weltbevölkerung stottert – das Verhältnis sei in Südtirol in etwa dasselbe,informiert Pohl. „Wenn Eltern Auffälligkeiten bemerken, ist es wichtig, frühzeitig Kontakt zu Fachleuten aufzunehmen“, betont die Expertin. Beratung sei nicht nur bei offensichtlichen Symptomen wichtig: Auch leichte, weniger auffällige Unflüssigkeiten sollten ernst genommen werden.<BR /><BR /><embed id="dtext86-71968879_quote" /><BR /><BR /><BR />Frühzeitige Diagnostik ist aus Sicht der Spezialistin entscheidend, denn „ein therapiebedürftiges Stottern kann sich zu einer bleibenden Störung entwickeln. Ohne Behandlung besteht die Gefahr sozialer Rückzugstendenzen und eines ausgeprägten Vermeidungsverhaltens. Das kann langfristig auch psychische Folgen haben.“ <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-71970653_quote" /><BR /><BR />Als Ursachen werden genetische Prädispositionen und neurologische Veränderungen diskutiert – die Forschung hierzu sei in den letzten Jahren gewachsen: „Aus internationalen Studien weiß man, dass funktionelle und substanzielle Veränderungen im Gehirn bei Stotternden nachweisbar sind. Dennoch ist die genaue Ursache noch nicht eindeutig geklärt – es gibt komplexe Wechselwirkungen.“<BR /><BR /><BR />Die komplexen Wechselwirkungen spielen auch bei der Bewältigung dieses Problems eine wichtige Rolle: Vonseiten der Gesellschaft fordern Experten und Betroffene ganz besonders am heutigen Welttag des Stotterns einen offenen Umgang mit Stottern, „und nicht Ausgrenzung. Je mehr Wissen darüber vorhanden ist, desto besser kann das Umfeld – sei es die Schule, der Arbeitsplatz oder die Familie – Betroffene unterstützen“, erklärt Pohl. <BR /><BR />Die Expertin unterstreicht, dass es nicht eine einzige heilversprechende Behandlungsmethode von Stottern gibt. Betroffene benötigen „ein breites Feld von Behandlungsmöglichkeiten aus Therapie, Kommunikationstraining und sozialer Unterstützung.“