<b>von Flora Brugger</b><BR /><BR />Bei der Gedenkmesse zum 60. Jahrestag wird heute in der Pfarrkirche in Andrian der Todesopfer gedacht. Zugleich danken die Überlebende für den erfahrenen Schutz. <BR /><BR />„Die Kirche wird voll sein; so viele haben sich angemeldet“, sagt <b>Josef Eder</b> aus Andrian. Er organisiert die Gedenkfeier, die alle 5 Jahre stattfindet – zuerst am Ritten in Maria Saal und letzthin in Andrian. Don Paolo Renner und Richard Sullmann zelebrieren den Gottesdienst. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1103799_image" /></div> <BR /><BR />Eder war damals unter den Fahrgästen – einer der 63 jungen Männer, die an den Werkwochen in Lichtenstern teilnahmen und mit der Zahnradbahn zurück nach Bozen fuhren. Um 8.40 Uhr geschah das Unglück: Der Triebwagen 1 und die Schublok L1 entgleisten und stürzten in die Weinberge von St. Magdalena. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1103802_image" /></div> <BR /><BR />„Es war brutal, das vergisst man nie: Der Waggon fing regelrecht an zu hüpfen, die Leute sprangen auf und schreien. Dann kippte der Waggon um und schlitterte hinunter“, erinnert sich Eder. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1103805_image" /></div> <BR /><BR />Die Schublok hatte sich quergestellt und stoppte den Waggon. „Das war unser Glück, sonst wäre er ins Tal gerutscht. Da hätte dann niemand überlebt“, sagt Eder. 15 Jahre alt war er damals. <h3> „Waggon lag zertrümmert mitten im Weinberg“</h3>Er saß auf der rechten Seite des Waggons, bergseitig. „Das war besser, denn als der Waggon umkippte, fielen wir auf die Leute auf der linken Seite. Da gab es mehr Verletzte“, erzählt Eder. Der Waggon lag – zertrümmert – auf dem Dach mitten im Weinberg. Von dort kamen auch die ersten Helfer, die Bauern, die beim Rebschneiden waren. Von einem Bauernhof aus telefonierte jemand der Rettung. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1103808_image" /></div> <BR /><BR />Einige Frauen kamen mit Leintüchern, die sie zuschnitten und Wunden notdürftig verbanden. „Ein gewisser Ramoser hatte ein Bergfahrzeug; er fuhr die Verletzten der Reihe nach ins Krankenhaus“, sagt Eder. Erst nach eineinhalb Stunden kam ein Arzt. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1103811_image" /></div> <BR /><BR />Eder konnte mit einigen seiner Gruppe zu Fuß ins Tal gehen. Ihm fehlte nicht viel – auch nicht die Schuhe. Die meisten hatten sie verloren, als sich der Waggon überschlug. Da wurden den Leuten die Schuhe von den Füßen gerissen. Anton Rastner aus Rodeneck, Maria Haller und Maria Prackwieser vom Ritten sowie der Maschinenführer Agostino Olivotto starben beim Unglück.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1103814_image" /></div>