Heute, 20 Jahre später, hat der Mörder der Rittnerin immer noch keinen Namen. Obwohl er zahlreiche DNA-Spuren hinterlassen hatte. Vor 12 Jahren war der Fall neu aufgerollt worden – wegen eines Traums. <BR /><BR />Als Veronika Mair am 12. September 2002 ihrer Schwägerin die Tür nicht öffnete, bat diese einen Mauer, aufs Baugerüst vor der Wohnung der Südtirolerin in der Via del Campo in Genua zu klettern und von dort aus ins Wohnzimmer zu schauen. Auf dem Sofa erspähte er den leblosen Körper der 73-Jährigen – sie hatte eine Bluse um ihren Hals gebunden und eine mysteriöse Bisswunde am Arm. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="809471_image" /></div> <h3> Abwehrverletzungen am Leichnam </h3> Zahlreiche blaue Flecken auf Mairs Körper sowie Hautfetzen unter ihren Nägeln konnten die Sachverständigen im Rahmen der Leichenbeschau feststellen: Die Ermittler gingen folglich davon aus, dass der Strangulation ein Kampf vorausgegangen war. Täter und Opfer dürften einander überdies gekannt haben, zumal der Küchentisch am Tatort für 2 Personen gedeckt war und der Gerichtsmediziner im Zuge der Obduktion unverdaute Reste des Mittagsmahls, bestehend aus belegtem Fladenbrot und Weißwein, gefunden hatte. Wie aus den Autopsieergebnissen hervorging, trat der Tod von Veronika Mair 12 Stunden vor dem Auffinden ihres Leichnams am 11. September 2002 zwischen 13 und 15 Uhr ein. <h3> Mit Mörder am Mittagstisch gesessen </h3> Alles wies darauf hin, dass Mair ein gewisses Vertrauensverhältnis zu ihrem Mörder gehabt, mit ihm zu Mittag gegessen und anschließend heftig gestritten haben dürfte. Darüber hinaus sollen insgesamt 700 Euro – der monatliche Betrag ihrer Pension – entwendet worden sein. <BR /><BR />Die DNA am Tatort wurde mit jener von mehr als 50 Personen aus dem Familien- und Bekanntenkreis der Rittnerin abgeglichen, doch fand sich keine Übereinstimmung. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="809474_image" /></div> <BR />Veronika Mair war das jüngste von 6 Kindern am Widmayrhof in Oberinn. Bereits in jungen Jahren zog sie nach Genua und verdiente sich dort zunächst als Zugehfrau ihren Lebensunterhalt. Später gründete sie eine Familie. Zuletzt wohnte sie allein in einer kleinen Wohnung in der Via del Campo, nahe am Hafen. Aus ihrer Ehe mit dem 2002 bereits verstorbenen Giuseppe Santoro entstammen die beiden Söhne Maurizio und Aldo. <h3> Neuer DNA-Abgleich nach Traum von Sohnemann </h3> Letzterer sorgte dafür, dass der Fall im Jahr 2020 neu aufgerollt wurde: Im Traum hätte er seine Mutter gesehen, die den Namen ihres Mörders genannt hätte. Eine Hellseherin bestätigte die „Offenbarung“ im Traum von Sohn Aldo. In der Folge wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen, allerdings blieb der Fall selbst nach dem Abgleich der am Tatort sichergestellten DNA mit jener des neuen Verdächtigen ungelöst. <BR /><BR />Indes erschien 2017 ein Buch über 5 Femizide in Genua – darin behandeln 4 Journalisten ungelöste Mordfälle – darunter auch jenen an Veronika Mair. <BR />