Seit Jahrzehnten organisieren Fischereivereine in Südtirol eigenständige Reinigungsaktionen entlang ihrer Gewässer. Denn für die Fischer geht es längst nicht mehr nur um den Fischfang – sie engagieren sich zunehmend für den Schutz und die Erhaltung naturnaher Gewässer.<BR /><BR /> Als regelmäßige Beobachter erkennen sie Umweltveränderungen frühzeitig, darunter auch die anhaltende Verschmutzung durch Haus- und Gewerbemüll. Besonders in Zeiten wachsender Besorgnis über Mikroplastik erscheinen solche Aktionen wichtiger denn je, da ein Großteil des Abfalls entlang der Flüsse aus Plastik und Nylon besteht.<h3> Zahlreiche Vereine beteiligen sich</h3>Am River CleanUp Day Südtirol beteiligten sich zahlreiche Vereine, darunter der FV Bozen, FV Meran, FV Eisacktal, FIPSAS Bozen, Fliegenfischerverein Passeier in Zusammenarbeit mit den Schildhöfen und dem Tourismusverein St. Martin, FV Klausen, FV Eppan, FV Lajen, FV Prissian, FV Seeforelle Naturns und FV Algund. Darüber hinaus schlossen sich viele Fischer privat zusammen, um ihre bevorzugten Angelplätze von Müll zu befreien.<h3> Hunderte Kilogramm Müll gesammelt</h3>Insgesamt wurden im Rahmen des Südtiroler River CleanUp Day mehrere hundert Kilogramm Müll gesammelt und fachgerecht entsorgt oder recycelt. Darunter befanden sich vor allem Nylonfetzen, Polystyrol, Plastikflaschen und anderer Kunststoffabfall. Aber auch Plastikrohre, Autoreifen, Felgen, Batterien und Fahrräder waren keine Einzelfunde.<BR /><BR /> Besonders große Müllansammlungen wurden in der Nähe von Parkplätzen und Straßenausbuchtungen festgestellt, was darauf hindeutet, dass ein Großteil des im Fluss angesammelten Abfalls weiterhin auf absichtliche und illegale Entsorgung zurückzuführen ist.<BR /><BR /><embed id="dtext86-69106926_gallery" /><h3> Ein besonderes Ärgernis: Plastikbeutel mit Hundekot</h3>Ein besonders ärgerliches Phänomen sind die vielen Hundekotbeutel aus Plastik, die entlang viel begangener Spazierwege in der Nähe von Ortschaften häufig am oder im Gewässer landen. Hundehalter sollten sich ihrer Verantwortung auch im korrekten Umgang mit den Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner bewusst sein.<h3> Illegale Müllentsorgung bleibt ein Problem</h3>Während der River CleanUp Day ein starkes Zeichen für den Gewässerschutz setzt, gibt es auch ernüchternde Erkenntnisse: Besonders in städtischen Gebieten wie Bozen und Meran sind zunehmend illegale Siedlungen an den Flussufern zu finden. Dies führt oft zu einer direkten Müllentsorgung in die Gewässer. <BR /><BR />Zudem stellen Fischereivereine immer wieder organisierte illegale Müllablagerungen fest, insbesondere in der Etsch unterhalb von Meran, wo regelmäßig alte Autoreifen und anderer Sperrmüll entsorgt werden. Trotz wiederholter Meldungen an die zuständigen Behörden bleiben konkrete Maßnahmen und Lösungen oft aus.<BR /><BR />Markus Heiss, Präsident des Fischereiverbands Südtirol, betont die Bedeutung der Aktion: „Das Engagement der Fischer sowie ihrer Familien und Freunde, die Jahr für Jahr unsere Gewässer von Müll befreien, ist eine großartige Sache. Diese Aktionen zeigen nicht nur, dass die Fischergemeinschaft Verantwortung übernimmt, sondern auch, dass die Fischerei weit mehr ist als nur ein Hobby – sie ist gelebter Naturschutz.“<BR /><BR />Ein besonderer Dank gelte auch vielen weiteren freiwilligen Initiativen auf lokaler Ebene, die in diesen Tagen und Wochen für saubere Ufer und Gewässer sorgen. Der Fischereiverband Südtirol hofft, dass der Einsatz der Fischer nicht nur zur Sauberkeit der Flüsse und Seen beiträgt, sondern auch das Bewusstsein der Gesellschaft für dieses drängende Umweltproblem schärft.