<b>Von Micaela Taroni.<BR /></b><BR />Am heutigen Freitag kam es zu einer überraschenden Wende. Der Anwalt des Vaters hat sein Mandat niedergelegt. Der Strafverteidiger Arturo Messere, der den angesehenen Steuerberater und Ex-Bürgermeister seines Heimatortes Pietracatella (Provinz Campobasso) bislang vertreten hatte, erklärte seinen Rücktritt nach dem mehrstündigen Verhör seines Mandanten. Zur Begründung nannte er lediglich „aktuelle Umstände“. Die Entscheidung fällt in eine entscheidende Phase der Untersuchungen.<BR /><BR /> Die Ermittler gehen inzwischen dem Verdacht nach, dass die Mutter und ihre Tochter nicht wie anfangs vermutet an einer gewöhnlichen Lebensmittelvergiftung starben, sondern Opfer eines Doppelmordes wurden. Im Fokus steht dabei der Einsatz von Rizin, einem schwer nachweisbaren, hochgiftigen Stoff. Die Justiz wartet derzeit auf die endgültigen Ergebnisse der toxikologischen und gerichtsmedizinischen Gutachten, mit denen bis Ende April zu rechnen ist. Unterdessen wird über die Bestellung eines neuen Verteidigers spekuliert. Medienberichten zufolge könnte der Anwalt Vittorino Facciolla das Mandat übernehmen. Di Vita hatte zuletzt den Kontakt mit den Medien gemieden. <h3> Mutter und Tochter zeigten zwischen Heiligabend und dem Weihnachtstag erste Symptome </h3>Er erklärte erneut, sich nicht genau daran erinnern zu können, was für Mahlzeiten am 23. Dezember eingenommen wurden - ein Datum, das im Fokus der Ermittler steht, da Mutter und Tochter zwischen Heiligabend und dem Weihnachtstag erste Symptome zeigten. Die Ermittler glichen seine Aussagen sowie jene der Tochter mit den Angaben einer ebenfalls befragten Cousine ab. Es wird nicht ausgeschlossen, dass alle drei in den kommenden Tagen erneut vorgeladen werden. Das Verfahren richtet sich weiterhin gegen Unbekannt, es gibt also bislang keine Beschuldigten. Innerhalb von etwa zehn Tagen wird der Abschlussbericht des nationalen Giftinformationszentrums in Pavia erwartet. <BR /><BR />Dieses hatte bereits im vergangenen Monat vorläufige Ergebnisse übermittelt, denen zufolge Spuren von Rizin im Blut der beiden Opfer nachgewiesen wurden. Unklar ist weiterhin, wann eine erneute Spurensicherung im Haus der Familie Di Vita in Pietracatella stattfinden wird. Inzwischen werden weitere Zeugen befragt, darunter Verwandte und Bekannte der Opfer. Damit steigt die Zahl der bislang vernommenen Personen auf rund 30. Zahlreiche Fragen bleiben weiterhin offen - beispielsweise, wer die Tat geplant haben könnte, welches Motiv dahintersteckt und wo das Rizin beschafft wurde, eine Substanz, die nur schwer zugänglich ist.